"Viele Knüppel zwischen Beine": Der schwere Start des neuen Wirts

Patrick Schmidt muss ohne die beliebte Band „Topsis“ auskommen. Ein Insider sieht noch weitere Widerstände.
von  Bernhard Beez
"Ich hätte sie gerne verpflichtet", sagt Patrick Schmidt über "Topsis". Heuer aber spielt die Band nicht auf der Frühjahrsdult.
"Ich hätte sie gerne verpflichtet", sagt Patrick Schmidt über "Topsis". Heuer aber spielt die Band nicht auf der Frühjahrsdult.

Diese Nachricht wird bei einigen - und nicht nur jungen Dultbesuchern - für lange Gesichter sorgen: Die Frühjahrsdult (13. bis 22. April) findet ohne "Topsis" statt. Der Grund dafür: Dem langjährigen Festwirt Christian Krämmer ist der Zuschlag für das zweite Festzelt vom Dultsenat entzogen worden. Nutznießer ist "Zollhaus"-Chef Patrick Schmidt, der erstmals sein Zelt auf der Dult aufstellen darf. Die AZ hat sich mit dem neuen Festwirt über sein Konzept unterhalten.

Schmidt weiß natürlich um das sensible Thema "Topsis" , weshalb er gleich zu Beginn des Gesprächs klarstellt: "Ich hätte sie gerne verpflichtet, weil ich um die Tradition des ‚Topsis-Mittwochs' auf der Dult weiß." Das aber schlug fehl. Schmidt: "Die Band hat mir abgesagt, möglicherweise aus Loyalität zu Herrn Krämmer - das muss ich dann natürlich akzeptieren."

Mag man dies noch als zu vernachlässigende Folklore abtun, so gab es weitere merkwürdige Umstände, die Schmidt deutlich größere Schwierigkeiten bereiteten. Vor allem gab es ungeahnte Probleme beim Versuch, sich das notwendige Equipment für den Festzeltbetrieb auszuleihen. Viele Türen blieben ihm da offenbar zunächst verschlossen.

Während Patrick Schmidt das Thema sichtlich unangenehm ist und er sich dazu auch nicht äußern möchte, wird ein anderer Dult-Insider deutlich: "Da wurde von interessierter Seite versucht, dem neuen Festwirt möglichst viele Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Das ist eine absolute Sauerei, was da passiert ist."

In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Name einer großen Brauerei aus Oberbayern, die seit vielen Jahren mit dem bisherigen Festwirt Christian Krämmer wirtschaftlich eng verbunden ist.

Festzelt mit Galerie drinnen wie draußen - "das gab es noch nie"

Patrick Schmidt will aber von einer Feindschaft mit Krämmer nichts wissen: "Ich kenne ihn überhaupt nicht, habe noch nie mit ihm gesprochen. Und für das, was ihm angekreidet wurde, kann ich ja nichts. Ich bin halt jetzt einfach nur der Nachfolger."

Er habe sogar Verständnis dafür, dass der Ärger groß sei, wenn man plötzlich nicht mehr zum Zuge komme. Schmidt: "Aber die Komfortzone, die es in Landshut wohl viele Jahre gab, ist nun aufgrund der öffentlichen Ausschreibung aufgebrochen worden."Was offenbar auch positiv gesehen werde, erzählt Schmidt. Er sei "von vielen Seiten schon angesprochen worden, dass man es gut findet, wenn auf der Dult ein frischer Wind weht".

Für Patrick Schmidt ist das Thema damit auch erledigt , zumal er nun alles beisammen hat, um für den Dultstart in gut drei Wochen gerüstet zu sein. Angefangen beim Festzelt: "Als ich zuerst bei der Dultvergabe eine Absage erhielt, habe ich natürlich auch bei meinem Zeltverleiher meine Reservierung storniert", erzählt der Festwirt.

"Ich hätte sie gerne verpflichtet", sagt Patrick Schmidt über "Topsis". Heuer aber spielt die Band nicht auf der Frühjahrsdult.
"Ich hätte sie gerne verpflichtet", sagt Patrick Schmidt über "Topsis". Heuer aber spielt die Band nicht auf der Frühjahrsdult.
"Ich hätte sie gerne verpflichtet", sagt Patrick Schmidt über "Topsis". Heuer aber spielt die Band nicht auf der Frühjahrsdult. Foto: mediaMEANS-Landshut

Nach der Rolle rückwärts war das ursprüngliche Zelt nicht mehr verfügbar - dafür war inzwischen jedoch ein anderes freigeworden. Und dies bezeichnet Schmidt nun als "Glücksfall": "Es ist ein richtig tolles Festzelt mit erhöhten Boxen sowie einer Galerie drinnen wie draußen. Das hat es in Landshut noch überhaupt nicht gegeben."

Auch seine anfängliche Skepsis, ob er in der Kürze der Zeit noch ein ansprechendes Musikprogramm auf die Beine stellen könne, hat sich nicht bewahrheitet: "Die Frühjahrsdult ist eines der allerersten Volksfeste in ganz Bayern. Da hatten viele Gruppen noch Termine frei."

Er habe sofort, als er den Zuschlag erhalten hatte, zahlreiche Bewerbungen bekommen: "Auch von Bands, die bisher in Landshut nicht zum Zuge gekommen sind und nun die Chance für einen Auftritt sahen."

Je näher der Dultauftakt rückt, desto mehr wird beim "Zollhaus"-Chef auch das Kribbeln einsetzen. "Die letzten zwei Tage davor - das wird wohl das Schlimmste", sagt Schmidt. "Mit einer Mischung aus Bauchweh, Kopfweh und Euphorie. Aber wenn dann alles klappt und der erste Abend gut gelaufen ist, dann werden mir vor Erleichterung hundert Kilo Steine vom Herzen fallen."

Nun bleibt nur noch die Frage: Was passiert am "Topsis"-freien Mittwoch auf der Frühjahrsdult in der neuen Festhalle Schmidt?

"Da werden die ‚Moosner' spielen", verkündet Schmidt. "Und die müssen sich musikalisch hinter den ‚Topsis' ganz sicher nicht verstecken."