Kupfereck Landshut: Mehr Sicherheit, weniger Staus

Kupfereck soll 2022 umgebaut werden: In der Kreuzung wird es künftig zwei Fahrspuren in jede Richtung geben.
von  Sigrid Zeindl
Das Kupfereck heute: Vor allem an den Rechtsabbiegespuren beziehungsweise auf dem Linksabbieger von der Grieserwiese in Richtung Achdorf staut es sich häufig.
Das Kupfereck heute: Vor allem an den Rechtsabbiegespuren beziehungsweise auf dem Linksabbieger von der Grieserwiese in Richtung Achdorf staut es sich häufig. © Klaus Leidorf

Landshut - Das Kupfereck ist Knotenpunkt zweier Bundesstraßen sowie Eingangstor zur Stadt und in dieser Funktion ebenso hochbelastet wie staugefährdet: Um die Doppel-Kreuzung sicherer und leistungsfähiger zu machen, steht ihr ein großer Umbau bevor.

Im jüngsten Verkehrssenat stellte das Staatliche Bauamt den angedachten Zeitplan vor: 2021 soll die Planung abgeschlossen werden, 2022 ist der Bau vorgesehen, sodass die Kreuzung zur Landshuter Hochzeit 2023 fertig ist.

Gerade ist die Sanierung der Wittstraße abgeschlossen worden, nun kündigt sich in unmittelbarer Nähe die nächste Baumaßnahme an, die sicher große Auswirkungen auf den Verkehr haben wird. Angepackt wird der Umbau aus mehreren Gründen: Zum einen ereignen sich dort relativ häufig Unfälle, vor allem beim Einbiegen und Kreuzen. Zum anderen ist die Kreuzung "deutlich überdurchschnittlich" belastet, wie Marius Bierlein sagte, der für Stadt und Landkreis Landshut zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt.

Deutlich weniger Verlustzeiten prognostiziert

Stau-Knackpunkte sind vor allem die Abbiegespuren von der B11 (aus Richtung Moosburg kommend) nach rechts in die B15, von der Grieserwiese kommend nach links in Richtung Achdorf sowie von der Neuen Bergstraße kommend nach rechts in Richtung Innenstadt/Tunnel.

Und nicht zuletzt wird durch den Umbau auch in den Erhalt der Straße investiert: Zwar ist die Kreuzung 2013 oberflächlich saniert worden, sie hat aber durch die hohe Belastung schon wieder Spurrillen und Risse. Die jetzt anstehende Maßnahme eröffnet die Möglichkeit, die Straße "in die Tiefe zu sanieren", so der Abteilungsleiter.

Vier Varianten wurden untersucht, Vorzugslösung ist laut Bierlein die Variante 3: Sie sei am leistungsfähigsten und löse alle Defizite. Das lässt sich an den sogenannten Verlustzeiten ablesen; das ist die Zeit, die die Autofahrer durch Staus verlieren. Beträgt diese in der Summe aller Verkehrsteilnehmer am Morgen aktuell 546 Sekunden, soll sich diese nach dem Umbau auf 363 Sekunden verkürzen - was einer Reduzierung von 34 Prozent entspricht. Von einer "signifikanten Verbesserung der Verkehrsqualität" sprach Bierlein im abendlichen Berufsverkehr: Dort soll sich die Stauzeit von 584 auf 324 Sekunden und damit um 45 Prozent verbessern.

Da am Kupfereck aber nicht mehr Platz für den Umbau zur Verfügung steht, müssen die bestehenden Fahrspuren umverteilt werden. Die wesentlichste Neuerung wird sein, dass es in der Kreuzung künftig zwei Fahrspuren in jede Richtung geben wird.

Das Kupfereck künftig: Zwischen dem südlichen Teil der B15 (Neue Bergstraße) und ihrem nördlichen Abschnitt (Wittstraße) wird es Doppelspuren in beide Richtungen geben.
Das Kupfereck künftig: Zwischen dem südlichen Teil der B15 (Neue Bergstraße) und ihrem nördlichen Abschnitt (Wittstraße) wird es Doppelspuren in beide Richtungen geben. © Staatliches Bauamt Landshut

Die Pläne umfassen auch die umliegenden Straßen

In die Planungen sind auch die umliegenden Straßen einbezogen, da sich der Umbau auch auf diese auswirken wird. So gibt es bereits Überlegungen, das Einbiegen von der Dirnitzstraße in die B 11 zu erleichtern (durch einen sogenannten innenliegenden Linkseinfädelungsstreifen).

Änderungen wird es zudem an der Neuen Bergstraße geben; dort behindern haltende Autos am Kiosk teilweise den Verkehr; auch hier werden Lösungen überlegt, beispielsweise die Busbucht zu verlängern. "Wir werden im Straßennetz rund um das Kupfereck sicher nachbessern müssen, dazu müssen wir aber die Detailplanungen abwarten", sagten Rechtsreferent Harald Hohn und Verkehrsplaner Magnus Stadler aus städtischer Sicht; so müsse beispielsweise Schleichverkehr in der Ruffinstraße verhindert werden.

Im kommenden Jahr soll die Planung im Detail ausgearbeitet werden, 2022 soll der Bau losgehen. Eine Kostenschätzung gibt es bislang noch nicht. Da hier aber Bundes- und Gemeindestraßen aufeinandertreffen, wird einen Teil - wie auch bei der Wittstraße - die Stadt tragen müssen. Der Verkehrssenat nahm von den Umbauplänen Kenntnis und gab dem Staatlichen Bauamt einige Anregungen in Sachen Barrierefreiheit und Radverkehr mit auf den Weg.

Auch wenn die anstehenden Umbaumaßnahmen eine große Belastung bedeuteten: Sie seien notwendig, sagte Oberbürgermeister Alexander Putz. Dabei sprach er dem Staatlichen Bauamt und den beteiligten Planern auch ein Kompliment für die Sanierung der Wittstraße aus: Es habe alles planmäßig funktioniert, was bei einem solchen Nadelöhr nicht selbstverständlich sei.