"Der Hexer" als Landshuter Hörspiel: Hier spricht Edgar Wallace

Das Theater Nikola produziert momentan aufwendig Edgar Wallace als Hörspiel im Tonstudio - im November soll es erscheinen.
von  Claudia Hagn
Regisseur Thomas Ecker (links) und Florian Rödl im Aufnahmestudio. Auch dabei: Edgar Wallace auf dem Foto in der Mitte.
Regisseur Thomas Ecker (links) und Florian Rödl im Aufnahmestudio. Auch dabei: Edgar Wallace auf dem Foto in der Mitte. © Claudia Hagn

Landshut - Edgar Wallace ist immer dabei, wenn das Theater Nikola seine ganz eigene Version des Wallace-Klassikers "Der Hexer" aufnimmt.

Ein Schwarz-Weiß-Foto des Krimi-Großmeisters in Anzug samt langer Zigarettenspitze, in Gold gerahmt, hat Regisseur Thomas Ecker zwischen den PC-Bildschirmen platziert, er steht vor einem der Monitore, daneben Tonexperte Florian Rödl.

Edgar Wallace mit Zigarettenspitze.
Edgar Wallace mit Zigarettenspitze. © dpa

Regisseur Thomas Ecker: "Wir haben uns mehr auf das Buch konzentriert"

In zwei Aufnahmeräumen nebenan haben die Hauptpersonen dieses Abends ihren Platz eingenommen: In verschiedenen Rollen mimen Sabine Hoffmann, Sebastian Enders, Rudolf Karl und Aaron Jungblut-Klemmt vor dem Mikrofon die Personen im Krimi "Der Hexer".

An diesem Freitagabend laufen im Tonstudio von Rödl in Eching die Aufnahmen, die die Mitwirkenden bereits vorher geprobt haben. Einzeln, in Gruppen, haben sie sich getroffen, um dieses ganz neue Projekt auf die Beine zu stellen. Thomas Ecker hat den englischen Text von Edgar Wallace - der bereits in zig Formaten wie Filmen und Co. verwendet wurde - bearbeitet, die Dialoge geschliffen, Handlungsstränge für das Hörspiel zusammengefügt. Dabei ist die Dramaturgie manchmal anders - weil man in einem Hörspiel nicht zurückblättern könne, müsse manches kompakter in der Geschichte laufen. Dabei sagt Ecker auch: "Die Edgar-Wallace-Filme sind immer ihren eigenen Weg gegangen. Wir haben uns mehr auf das Buch konzentriert."

"Der Hexer":  Erste Audios sind schnell im Kasten

Sabine Hoffmann - sie hat Tee mit Honig für die Stimme dabei - ist die erste, die vors Mikro darf. Ein grünes Handtuch liegt über dem Textständer, um den Schall noch mehr abzudämpfen. Rödl richtet das Mikro ein, verlässt den Raum, dann geht's los mit der Aufnahme. Die ersten Versuche sind so gut, dass einer davon fest für das finale Hörspiel eingeplant wird. Aaron Jungblut-Klemmt steht in der zweiten Aufnahmekabine und ist Hoffmanns Gegenpart; der Dialog passt, die Aufnahme ist im Kasten.

Sabine Hoffmann in der Aufnahmekabine. Das Handtuch dient dazu, den Schall abzufangen.
Sabine Hoffmann in der Aufnahmekabine. Das Handtuch dient dazu, den Schall abzufangen. © Claudia Hagn

Jungblut-Klemmt sagt, es sei seltsam, die eigene Stimme plötzlich so präsent zu hören; und überraschend schwer, über Mikro die Passagen aufzunehmen. Auf der Bühne sei das ganz anders. "Dort hat man viel mehr Ausdrucksmöglichkeiten", stimmt Hoffmann zu. Auch der Partner sei zum direkten Anspielen da - im Gegensatz zu nur einem Mikrofonständer in der Aufnahmekabine.

Für Enders erfüllt sich mit der Teilnahme am Hörspiel ein Traum: Immer schon wollte er bei so etwas mitmachen. Rudolf Karl ist überrascht, wie anders es sich anfühlt, wenn man beim Lesen und Sprechen steht statt sitzt: Die Aufnahmen sind für alle eine kleine Herausforderung. "Charlie, du bist einfach ein netter Kerl, aber hier nicht. Da darfst du ruhig mal den Diabolischen geben": Regisseur Thomas Ecker ist mit seinen Darstellern hinter dem Monitor recht zufrieden.

Manchmal muss er jedoch eingreifen, auf eine andere Betonung von Wörtern hinweisen, den Sprechern sagen, sie sollen sich schon mal Vogelgezwitscher und Schritte auf Gehwegplatten beim Dialog vorstellen - das wird nach den Aufnahmen alles im Tonstudio dazu gemischt. Und natürlich dürfe auch das klassische "Hier spricht Edgar Wallace" am Anfang nicht fehlen.

Erscheinen soll die CD laut Nikola-Theater-Chef Reinhart Hoffmann am 15. November, 500 Stück will die Mannschaft mindestens herstellen lassen. Unter 15 Euro soll sie kosten - kaufen kann man den Landshuter "Hexer" dann im regionalen Buchhandel und anderen ausgewählten Geschäften in Landshut.