Kunstaktion setzt Frauen ein Denkmal

Es gibt viele Denkmäler für Männer, aber wenige zu Ehren von Frauen. Auf dieses Ungleichgewicht möchte die Kunstaktion "Die Unsichtbare*" in Nürnberg hinweisen, die vom 1. bis 24. Oktober mehr Frauen ins Stadtbild bringt. Dafür lassen die Organisatorinnen große Plakatwände an zentralen Orten mit den Porträts von Frauen anbringen, die nicht nur die Geschichte Nürnbergs geprägt haben.
| dpa
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Nürnberg

Darunter sind zum Beispiel Agnes Dürer, die in der Werkstatt ihres berühmten Maler-Ehemannes die organisatorischen Strippen zog, Bayerns erste promovierte Frau Bertha Kipfmüller oder Deutschlands erste niedergelassene Ärztin Emilie Lehmus. Insgesamt werden 20 Frauen vorgestellt, die stellvertretend für all die anderen stehen sollen, die nicht öffentlich mit einem Denkmal gewürdigt werden.

"Es gab viele Frauen, die sehr viel geleistet haben und dafür auch über die Grenzen Deutschlands bekannt geworden sind", sagt Projektleiterin Lydia Maria Taylor. Das Fehlen von Denkmälern transportiere aber ein falsches Frauenbild. "Es entsteht der Eindruck, dass Frauen keine Spuren hinterlassen haben."

Mit der Kunstaktion wollen die Organisatorinnen das auch ändern, indem sie Vorschläge für mögliche Standorte für Frauen-Denkmäler machen. Außerdem fordern sie die Betrachtenden dazu auf, die Plakate zu fotografieren und in den sozialen Netzwerken zu posten, um an die Frauen über Nürnberg hinaus zu erinnern. Gleichzeitig will das Team Diskussionen darüber anstoßen, wer eigentlich ein Denkmal verdient hat und ob diese Art der Erinnerung überhaupt noch zeitgemäß ist.

© dpa-infocom, dpa:210930-99-422336/2

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