Kriegsverbrecher soll in München vor Gericht

Ein 26-Jähriger, der in Ebersberg festgenommen wurde, wird von der Bundesanwaltschaft als Kriegsverbrecher angeklagt. Ihm soll in München der Prozess gemacht werden.
von  AZ/dpa
Ein Schild mit der Aufschrift «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» hängt an der Einfahrt zum Bundesgerichtshof.
Ein Schild mit der Aufschrift «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» hängt an der Einfahrt zum Bundesgerichtshof. © Uwe Anspach/dpa

Karlsruhe/München - Einem mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Afghanistan wird voraussichtlich in München der Prozess gemacht. Die Bundesanwaltschaft hat dort am Oberlandesgericht Anklage gegen den Mann erhoben, wie die Karlsruher Behörde am Dienstag mitteilte.

Der 26-Jährige war demnach in seiner Heimat Offizier der Streitkräfte. Ihm wird vorgeworfen, dort um den Jahreswechsel 2013/14 drei gegnerische Kämpfer nach ihrer Gefangennahme mit anderen Soldaten befragt und misshandelt zu haben. Dabei habe er auch mit dem Einsatz eines Elektroschockers gedroht.

Kurze Zeit später soll der Mann außerdem die Leiche eines feindlichen Kommandeurs öffentlich sichtbar beschimpft und getreten und in einer Ortschaft an einem Seil aufgehängt haben - "wie einen Esel", wie er selbst in einem Video von der Tat sagt. Der Mann war im Oktober im oberbayerischen Landkreis Ebersberg festgenommen worden, seither sitzt er in Untersuchungshaft.