Klimawandel könnte Winzer zu mediterranen Rebsorten bringen

Durch den Klimawandel werden in Unterfranken wohl künftig mehr mediterrane, wärmeliebendere Rebsorten angebaut. "Wir werden wahrscheinlich in Zukunft weniger Bacchus in Franken finden und mehr Cabernet Blanc, Chardonnay oder Sauvignon", sagte die Referentin für Weinbau im Agrarministerium, Marianne Steinschulte, am Mittwoch im Landtagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. "Die typischen Rebsorten werden, denke ich, sicher nicht verschwinden." Das Flaggschiff, die Weißweinsorte Silvaner, habe mit dem Klimawandel weit weniger Probleme als der Bacchus, der vom Verbraucher zugleich immer weniger nachgefragt werde.
| dpa
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Auf einem Weinberg wird die Sorte Ortega geerntet.
Auf einem Weinberg wird die Sorte Ortega geerntet. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild
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"Eine Verlagerung der Rebflächen in kühlere Standorte werden wir ebenfalls beobachten: dass demnächst ein spritziger Riesling eher im Nordost-Hang gepflanzt wird und nicht mehr im Südhang", sagte Steinschulte.

Auch erwarte sie Weine mit höherem Alkoholgehalt, der Markt frage aber eher leichtere Weine nach, auch aus gesundheitlichen Gründen. "Das ist (...) eine Herausforderung für die Kellermeister in der Zukunft", sagte Steinschulte. "Da wird man auch häufiger in eine frühere Lese gehen müssen, um nicht so alkoholreiche Weine zu haben. Das ist eine Problematik, die noch nicht gelöst ist." Schließlich müssten Weine produziert werden, "die der Kunde trinken möchte".

Durch die Klimaveränderungen kämpfen die Winzer immer häufiger mit Trockenheit und Hitze, Spätfrösten nach dem Rebenaustrieb, Hagel oder Schädlingen, die bisher in der Region nicht verbreitet waren. In Franken, wo auf mehr als 6300 Hektar Wein angebaut wird, fällt durchschnittlich nur ein Drittel der Regenmenge Südbayerns. Vor allem Steilhänge trifft das besonders. Das Umweltministerium fördert derzeit Pilotprojekte aus Franken zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen.

© dpa-infocom, dpa:210609-99-921357/2

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