Kirchenrechtler: Papst erspart Marx schweren Gang nicht

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht in der Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Münchens Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx einen Aufruf zu Reformen. "Die Botschaft: Wir können vor der strukturellen Sünde und Schuld des sexuellen Missbrauchs nicht fliehen - sondern müssen ihr gemeinsam ins Auge schauen. Und: wir müssen Reformen anstoßen, das heißt Fleisch auf den Grill legen", sagte der Direktor des Institutes für Kanonisches Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster der Deutschen Presse-Agentur.
| dpa
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Kardinal Reinhard Marx (l).
Kardinal Reinhard Marx (l). © Alessandra Tarantino/AP/dpa/Archivbild
München/Rom

Papst Franziskus hatte den Rücktritt des Erzbischofs von München und Freising am Donnerstag überraschend schnell abgelehnt. "Mach weiter, so wie Du es vorschlägst, aber als Erzbischof von München und Freising", schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Brief an Marx, den der Heilige Stuhl veröffentlichte. ""Vorsätze" zur Änderung des Lebens zu machen, ohne "das Fleisch auf den Grill zu legen", führt zu nichts", hieß es darin auch.

Der Brief an Marx sei "außergewöhnlich persönlich und klar", sagte Schüller. "So bleibt Kardinal Marx Erzbischof und ein wichtiger Begleiter des Papstes". Er werde nun im Amt als Sünder mit seinen Fehlern als Bischof von Trier und Erzbischof von München-Freising im Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch konfrontiert werden. "Das mag schmerzlich sein, aber der Papst erspart Marx nicht diesen Gang."

© dpa-infocom, dpa:210610-99-937659/2

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