Kinder online zum Sex angeboten: Prozess gegen 61-Jährigen

Ein 61-Jähriger schreibt in Chats über Sex mit Kindern - so als wäre das völlig selbstverständlich. Die Tochter einer Bekannten soll er dazu angeboten haben. Der Mann muss sich nun am Landgericht Würzburg verantworten.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Empfehlungen
Eine Figur der Justitia.
Eine Figur der Justitia. © picture alliance/dpa/Symbolbild
Würzburg

Ein 61-Jähriger, der anderen Männern Kinder zum Sex angeboten haben soll, muss sich heute vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Der Mann aus Unterfranken habe jahrelang in Chats kinder- und jugendpornografisches Material verbreitet, so die Anklage. In zwei Fällen habe er Kinder für sexuelle Handlungen angeboten. Zu solchen Taten kam es zwar dann schließlich nicht. Allerdings reiche für einen Straftatbestand die Ernsthaftigkeit des Angebots bereits aus, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Auf einer Plattform soll der Deutsche im Jahr 2016 einem Chatpartner anzügliche Fotos von sich und der 2008 geborenen Tochter einer Bekannten geschickt haben. Dabei habe er beschrieben, zu welchen sexuellen Handlungen das Mädchen bereit wäre. Der Chatpartner schlug den Ermittlungen zufolge ein Treffen vor. Die Mutter des Mädchens soll davon nichts gewusst haben.

In einem weiteren Fall hatte sich der beschuldigte Sozialhilfe-Empfänger laut Anklage im Jahr 2018 als Frau ausgegeben und über die sexuellen Vorlieben einer angeblichen Tochter gesprochen, die zwölf Jahre alt und geistig eingeschränkt sei. Ob das Mädchen wirklich existiert oder frei erfunden war, war bislang nicht klar. Immer wieder schickte der Mann laut Anklage seinen Chatpartnern Bilder und Videos mit sexualisierten Inhalten, die auf Kinder bezogen waren.

Einige intime Aufnahmen hätten unter anderem die 1999 geborene Tochter seiner Lebensgefährtin gezeigt. Das Mädchen soll er vor etwa zehn Jahren missbraucht und diese Tat gefilmt haben.

Ein Chatpartner hatte den Mann angezeigt, seit September 2019 sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Vorbestraft ist er nach Angaben der Behörden bisher nicht. Seine Partnerin habe nichts von den Taten gewusst und sich nach Bekanntwerden von ihm getrennt. Der Angeklagte habe sich zu den Vorwürfen bislang nicht geständig eingelassen, sagte die Staatsanwaltschaft.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Empfehlungen