Kein Gutachter für Vogelkot: Stillstand im Maibaum-Streit

Der Maibaum in Altusried ist nicht nur beim örtlichen Trachtenverein beliebt, sondern auch bei Zugvögeln. Wegen deren Hinterlassenschaften hat ein Anwohner die Gemeinde verklagt. Doch das Verfahren kommt bislang nicht voran: Es findet sich kein Experte für ein Gutachten.
| dpa
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Franz Merk, ehemaliger Vorsitzender des Altusrieder Trachtenvereins, steht an einer Halterung für einen Maibaum, in der wegen der Corona bedingten ausgefallenen Maibaumfeier nur eine 1,10 Meter große Nachbildung befestigt ist. Ein Anwohner hat wegen des sonst dort befestigten 27 Meter hohen Maibaums gegen die Gemeinde geklagt. Der Maibaum soll Vögel anziehen welche sein Grundstück mit Kot verschmutzen. (Archivbild)
Franz Merk, ehemaliger Vorsitzender des Altusrieder Trachtenvereins, steht an einer Halterung für einen Maibaum, in der wegen der Corona bedingten ausgefallenen Maibaumfeier nur eine 1,10 Meter große Nachbildung befestigt ist. Ein Anwohner hat wegen des sonst dort befestigten 27 Meter hohen Maibaums gegen die Gemeinde geklagt. Der Maibaum soll Vögel anziehen welche sein Grundstück mit Kot verschmutzen. (Archivbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Kempten

Führt der Maibaum einer Allgäuer Gemeinde zu übermäßig viel Vogelkot auf dem Nachbargrundstück? Wegen der Klage eines Anwohners gegen die Gemeinde Altusried (Landkreis Oberallgäu) beschäftigt sich das Amtsgericht Kempten seit Monaten mit dieser Frage. Doch das Verfahren ist ins Stocken geraten: Das Gericht findet bisher keinen Experten, der den Fall in Altusried untersuchen könnte.

Eigentlich hatte ein Forschungsinstitut dem Kemptener Amtsgericht schon vor Monaten einen Fachmann für die Untersuchung benannt, sagte ein Gerichtssprecher. Dieser habe letztlich aber mitgeteilt, "dass er grundsätzlich keine Gutachten erstellt". Daraufhin habe das Gericht Mitte September erneut darum gebeten, einen Sachverständigen vorzuschlagen - bis Freitag aber ohne Antwort des Forschungsinstituts, sagte der Gerichtssprecher.

Eine Güteverhandlung im Streit um den Altusrieder Maibaum war im Frühjahr nach Angaben des Gerichts gescheitert. Nach dem Willen der Gemeinde soll der rund 27 Meter hohe Maibaum ohnehin in den kommenden Jahren auf den umgestalteten Marktplatz umziehen. Die Aussicht darauf habe den Anwohner des aktuellen Standorts aber nicht von einer Klage abhalten können.

Der damalige Vorsitzende des Altusrieder Trachtenvereins, Franz Merk, hatte im Frühjahr betont, der Maibaum könne wohl kaum die Quelle des Vogelkots sein: "Das muss mir mal einer zeigen, dass so ein Vogel acht oder zehn Meter quer scheißt." Dass der Streit immer noch andauere, sei ein "Schmarrn", sagte er am Freitag: "Das ganze Dorf lacht darüber."

Der Trachtenverein hat den Maibaum für dieses Jahr nach eigenen Angaben wie in den Vorjahren umgelegt. Eine Untersuchung vor Ort ist damit nach Angaben des Kemptener Amtsgerichts wohl frühestens im kommenden Mai möglich, wenn der Maibaum wieder steht - und sich bis dahin ein Experte dafür findet.

© dpa-infocom, dpa:211030-99-794864/2

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