Kassenärztliche Vereinigung fordert bessere Test-Kontrollen

Nach Bekanntwerden von Betrugsverdachtsfällen bei Corona-Teststellen fordert die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) bessere Kontrollen. "Die Kontrollpraxis sollte auf jeden Fall geändert werden", sagte ein KVB-Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Vereinigung selbst sei "allerdings ein Organ der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen und keine staatliche Kontroll- oder gar Ermittlungsbehörde", betonte er. Sie könne daher Prüfungen nur "in einem sehr begrenzten Rahmen durchführen".
| dpa
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Ein Aufsteller mit dem Schriftzug "Corona-Testcenter" ist zu sehen.
Ein Aufsteller mit dem Schriftzug "Corona-Testcenter" ist zu sehen. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild
München

Ein möglicher Abrechnungsbetrug bei Bürgertests zieht seit dem Wochenende immer weitere Kreise, die Justiz ermittelt. Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Bayern führten am Montag zu einer Krisensitzung der Gesundheitsminister der Bundesländer mit Bundesminister Jens Spahn (CDU). Angestrebt werden kurzfristig Neuregelungen in der Testverordnung.

In Bayern gibt es laut KVB-Angaben rund 4000 private Corona-Teststelen, die bislang mit der Vereinigung abgerechnet und rund sechs Millionen Tests durchgeführt haben.

Laut Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) werden die sogenannten Bürgertests seit April dieses Jahres abgerechnet. Die Zahlungen erfolgen immer zur Monatsmitte. Die Bürgertests konkret werden nach Angaben einer Sprecherin nicht aufgeschlüsselt.

Aber in den Monaten April und Mai zahlte das BAS 659 Millionen Euro für Antigentests insgesamt an die Kassenärztlichen Vereinigungen in ganz Deutschland. Davon entfielen rund 275 Millionen auf Beschaffungskosten und die übrigen 384 Millionen auf die Test-Pauschalen.

An die Kassenärztliche Vereinigung Bayern wurden knapp 71 Millionen Euro für Antigentests ausgezahlt - davon rund 27 Millionen für Beschaffungskosten und gut 43 Millionen Euro Pauschalen für den Abstrich.

© dpa-infocom, dpa:210531-99-807802/3

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