Iraker nach ICE-Anschlägen in Wien vor Gericht

Rund zwei Jahre nach einer islamistischen Anschlagsserie auf ICE-Züge in Deutschland hat in Wien unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen den 44-jährigen Tatverdächtigen und seine Frau begonnen. Der aus dem Irak stammende Angeklagte soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Anhänger der Terrormiliz IS versucht haben, 2018 insgesamt vier Züge zum Entgleisen zu bringen. Es entstand Sachschaden. Verletzt wurde niemand.
| dpa
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
Wien

Dem Ehepaar wird mehrfacher versuchter Mord als terroristische Straftat, schwere Sachbeschädigung als terroristische Straftat und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angelastet. Der 44-Jährige bekannte sich zum Auftakt der schweren Sachbeschädigung schuldig. Er will aber nicht als Terrorist im Namen des IS gelten. Der Iraker lebte seit 2013 mit Flüchtlingsstatus in Österreich.

Sein Mandant habe nicht in Tötungsabsicht gehandelt, sondern nur Aufmerksamkeit erregen wollen, so der Verteidiger. Dagegen sagte der Staatsanwalt: "Sie wollten Anschläge im Namen des IS begehen, die größtmöglichen Sachschaden, größtmöglichen Personenschaden anrichten."

Der Anklage zufolge hatte der Iraker in drei Fällen die ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München im Visier. Bei Allersberg hatte er mit einer Balken-Konstruktionen, mit Holzkeilen und später mit einem über die Gleise gespannten Stahlseil die Züge attackiert. Außerdem soll er im Dezember 2018 an einer S-Bahn-Station in Berlin ein Seil mit Hakenkrallen auf die Oberleitung geworfen haben, um eine Zug entgleisen zu lassen. Auch dieser Anschlag scheiterte.

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