Investieren gegen Corona: Mehr Geld für Hightech-Agenda

Als Reaktion auf trübe Aussichten in Wirtschaft und Wissenschaft wegen der Corona-Krise pumpt Bayern mehr Geld in einen schnelleren Ausbau seines Hightech-Forschungsnetzwerkes. Dafür hat das Kabinett am Montag in München ein neues Konzept beschlossen, welches das bisherige Investitionsvolumen von zwei Milliarden bis 2023 auf rund 3,5 Milliarden Euro in zwei Jahren erhöht.
von  dpa
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. © Peter Kneffel/dpa/Aktuell

"Es geht um die Arbeitsplätze von morgen, die übrigens deutlich länger halten als Corona. Wenn Corona längst besiegt ist, werden diese Investitionen noch Chancen bieten auf Arbeitsplätze um international konkurrenzfähig zu sein", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München. Er nannte das Konzept einen "echten Turbo" für die Wissenschaft in Bayern.

Nach Angaben von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) gebe es bereits auf die ersten 700 ausgeschriebenen Stellen Bewerbungen aus aller Welt, weil Bayern in Europa als sicherer Ort in einer unsicher werdenden Welt gesehen werde. Auch von Elite-Hochschulen wie Harvard und Yale gebe es Bewerbungen für Stellen in Bayern.

Vom 1. April an soll die Ausschreibung von 1800 Forschungsstellen, Professoren und wissenschaftliches Personal, erfolgen. Dafür stehen 900 Millionen Euro bereit. Eigentlich war der Ausbau schrittweise bis 2023 geplant.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem "echten Turbo" für die Wissenschaft in Bayern. Die Zeit dafür sei so gut wie nie. Zudem sollen an den Hochschulen Stellen, die aus dem Hochschulausbauprogramm stammen, dauerhaft werden. Dafür stehen dieses Jahr 142,5 und nächstes 100,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Bayerns Hightech-Agenda sah bisher vor, bis 2023 ein neues Netzwerk für Spitzenforschung im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik landesweit zu schaffen. Dazu sollen neben den 1000 Professuren als Teil einer großen Hochschulreform auch mehr als 13 200 neue Studienplätze an allen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Land entstehen. Insgesamt umfasst die Agenda zwei Milliarden Euro.