Infektiologe warnt vor Mutanten: An Grenze rasch handeln

Ansteckendere Varianten des Coronavirus haben sich in Bayern bereits weiter ausgebreitet als im Bundesschnitt. Schon jetzt würden in Bayern bei deutlich mehr als zehn Prozent der Infizierten Mutanten festgestellt - mehr als doppelt so viel wie insgesamt in Deutschland, sagte der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner. Er warnte vor allem vor einem Einschleppen der gefährlichen südafrikanischen Coronavirus-Variante aus Tirol.
| dpa
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Clemens Wendtner steht in einem Gebäude der München Klinik Schwabing.
Clemens Wendtner steht in einem Gebäude der München Klinik Schwabing. © Fotograf München Klinik/München Klinik Schwabing/dpa/Archivbild
München

Das sei nur mit einem strikten Vorgehen an der Grenze zu verhindern, sagte der Chefarzt für Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Wenn lückenlose Kontrollen nicht funktionierten, bleibe nur eine Schließung der Grenzen.

"Wir haben es mit der südafrikanischen Variante zu tun. Die ist nach bisherigem Wissen noch einmal gefährlicher als die britische Variante", sagte Wendtner der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei nicht nur infektiöser ist, sondern ersten Erkenntnissen nach auch tödlicher - und zusätzlich wirkten manche Impfstoffe weniger gut dagegen. Auch wer schon Corona hatte, könne sich wahrscheinlich erneut anstecken. Die Rate der Zweitinfektionen werde daher wahrscheinlich steigen.

Die britische Variante hat wiederum in einigen ostbayerischen Regionen bei Einpendlern aus Tschechien bereits die Oberhand gewonnen. So liegt laut Wendtner beispielsweise in den Regionen Tirschenreuth und Hof an der Grenze zu Tschechien der Anteil der Mutanten an den positiven Fällen bereits bei über 40 Prozent. Alle bayerischen Hotspots liegen entlang der Grenze zu Tschechien.

Laut Bundesinnenministerium werden Tirol und Tschechien nun als Virusvarianten-Gebiete eingestuft. An den Grenzen auch zu Tschechien soll es wie an der Grenze zu Österreich stationäre Kontrollen geben. Weitere Konsequenzen waren zunächst offen. Aus den bereits festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen.

Wendtner forderte ein entschlossenes Handeln. "Aus infektiologischer Sicht würde ich sagen: Jede Woche, die wir warten, ist eine Woche, die hinten heraus das Infektionsgeschehen um ein Vielfaches verlängern wird." Umso wichtiger bleibe die konsequente und gemeinschaftliche Einhaltung der AHAL (Abstands-, Hygiene- und Lüftungs)-Regeln sowie die Geschwindigkeit beim Impfen. "Dann können wir uns hoffentlich alle mit einem entspannteren Sommer belohnen."

© dpa-infocom, dpa:210212-99-411277/2

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