In diesem Sommer keine Floßfahrten auf der Wilden Rodach

2018 und 2019 bremste das Niedrigwasser die Floßfahrten im Frankenwald, nun ist es die Pandemie, die schon zum zweiten Mal zur Absage der Saison zwingt: ein Rückschlag für den Tourismus in der Region.
| dpa
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Ein Flößer steuert eines der Floße durch ein Wehr der Wilden Rodach.
Ein Flößer steuert eines der Floße durch ein Wehr der Wilden Rodach. © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild
Wallenfels

Es ist ein großer Spaß, der aber mit 1,5 Metern Abstand nicht funktioniert: Floßfahrten auf der Wilden Rodach im Frankenwald wird es deshalb in diesem Sommer nicht geben. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Abstandsregeln haben die Verantwortlichen im Frankenwald zur Absage der Saison gezwungen.

"Die erneute Absage ist uns enorm schwergefallen", sagte Jens Korn, Bürgermeister von Wallenfels (Landkreis Kronach). Schon im Vorjahr konnten wegen der Pandemie keine Floßfahrten angeboten werden; 2018 und 2019 mussten viele Fahrten wegen Niedrigwassers ausfallen.

In diesem Jahr habe man die aktuell gültigen Regeln ausführlich geprüft, sagte Korn weiter: "Am Ende mussten wir einsehen, dass unter den aktuellen Bedingungen kein Flößen möglich ist."

Die Absage habe auch Auswirkungen über die Stadt Wallenfels hinaus: "Die Flößerei ist eines der Aushängeschilder für die Tourismusregion Frankenwald", teilte der Kronacher Landrat Klaus Löffler mit. Es gelte nun, die Zeit bis zur nächsten Saison für die Sicherung der Flößerei zu nutzen.

Die Gastronomie werde von der Saisonabsage hart getroffen, betonte Korn. Die meisten Gäste verbänden eine Floßfahrt mit einem Besuch in einem Wirtshaus, oder sie ließen sich bei einer Flößer-Party bewirten. Man werde jetzt versuchen, trotzdem um viele Gäste für die Region zu werben.

Die Flößerei hat im Frankenwald eine mehr als 800 Jahre alte Tradition - jahrhundertelang wurde Bauholz über die Wasserläufe abtransportiert und in die Städte gebracht. Heute fahren Lkws die Baumstämme aus den Tälern - und auf den Flößen tummeln sich die Touristen, sofern sie nicht von Abstandsregeln ausgebremst werden.

© dpa-infocom, dpa:210630-99-198113/2

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