In Corona-Krise Interesse an Natur in Bayern gewachsen

Vögel bestimmen, Insekten zählen, Eichhörnchen beobachten - dabei machen in diesem Jahr besonders viele Menschen mit. Seit Beginn der Corona-Krise ist die Natur vor der Haustür wieder spannend.
| dpa
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Ein Eichhörnchen sitzt auf einem Ast in einem Baum.
Ein Eichhörnchen sitzt auf einem Ast in einem Baum. © Thomas Warnack/dpa/Symbolbild
Nürnberg

Die Corona-Krise hatte auch positive Folgen - zumindest was das Interesse der Menschen an der Natur angeht. Dieses ist deutlich gestiegen, wie Naturschutzverbände in Bayern festgestellt haben. "Man hat gemerkt, dass die Leute sich mehr mit natürlichen Zusammenhängen und Wildtieren beschäftigt haben", sagte der Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Richard Mergner, in Nürnberg. Auch beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) gingen deutlich mehr Anfragen ein - vor allem zu Jungvögeln oder Insekten.

In diesem Frühjahr und Sommer wollten besonders viele Menschen Vögel, Eichhörnchen oder Insekten bei sich vor der Haustür zählen. Bei der "Stunde der Gartenvögel", bei der Interessierte jedes Jahr die Vögel in ihrem Garten oder vor dem Balkon beobachten sollen, sei der LBV quasi überrannt worden, sagte Sprecher Markus Erlwein. Mehr als 25 000 Menschen beteiligten sich dabei in Bayern und damit doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch bei der Aktion "Insektensommer" zählten diesmal mehr Hobbyforscher Käfer, Schmetterlinge und Wildbienen im Auftrag des Naturschutzes.

Beim BN sind ebenfalls die Mitmach-Angebote seit dem Beginn der Corona-Pandemie sehr gefragt - besonders der "Vogelphilipp". Dieser habe an manchen Tagen mehr als 100 Anfragen bekommen, sagte Mergner. Der Experte Philipp Herrmann analysiert für Naturfreunde kostenlos Vogelstimmen. Dafür können diese den Vogelgesang per WhatsApp an ihn schicken. Auch die Eichhörnchen-App, über die man Beobachtungen der Tierchen melden könne, werde intensiv genutzt, sagte Mergner. Zur Freude der Naturschützer: "Das Eichhörnchen ist tatsächlich eines der wenig erforschten Tiere, obwohl man es überall sieht", sagte Mergner.

Auch beim Amphibienschutz setzt der BN seit jeher auf die Bürgerinnen und Bürger. Diese tragen die gefährdeten Frösche, Kröten, Unken und Molche nicht nur über Straßen oder bauen Schutzzäune auf. Diese zählen auch die Tiere und melden, wenn sie ungeschützte Amphibien-Wanderwege entdecken. Solche Bürgerforschungsprojekte könnten sehr nützlich sein, sagte Mergner. "Das erweitert auf jeden Fall die Datenbasis." Es komme aber immer auf die Daten und die Erfassungsmethode an.

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