Immobilien-Investoren: Nobelskiort Lech verhängt Bausperre

Der österreichische Skiort Lech wehrt sich gegen Immobilien-Investoren. Die exklusive Tourismusgemeinde am Arlberg hat entschieden, dass zwei Jahre lang keine Ferienchalets gebaut werden dürfen, die dem Ort keinen Mehrwert für Wirtschaft, Beschäftigung oder Wohnraum bringen, wie der Sprecher der Gemeinde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Während der Corona-Pandemie sei es für Reiche noch attraktiver geworden, das Geld in solche Immobilien zu stecken, die dann aber nur zeitweise genutzt werden.
| dpa
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Das Skigebiet in Lech-Zürs.
Das Skigebiet in Lech-Zürs. © Christoph Schoech/Lech Zürs Tourismus/dpa-tmn/Archivbild
Lech

"Der Blick auf die vielen dunklen Häuser in Lech bereitet uns seit Jahren große Sorgen", wurde Bürgermeister Stefan Jochum in einer Mitteilung an die rund 1600 Einwohner zitiert. "Wir schieben dem Ausverkauf unserer Heimat einen Riegel vor." Die Gemeindevertretung verhängte daher eine Bausperre. Bereits genehmigte oder im Bau befindliche Projekte sind nicht betroffen.

Herkömmliche Hotel- oder Wohnbauprojekte würden nicht nur der Bauwirtschaft kurzfristig Geld bringen, sondern auch nachhaltig Arbeitsplätze oder Wohnungen schaffen, sagte Sprecher Marco Neher. "Bei Investorenprojekten ist das nicht der Fall."

Die Bausperre soll dem bei deutschen Skifahrern beliebten Ort Zeit verschaffen, um die Raumplanung zu überdenken. Mit dem Schritt übernehme Lech eine regionale Vorreiterrolle, sagte Neher. In vielen Tourismusgebieten in Vorarlberg und Tirol seien Investoren-Bauten zum Problem geworden.

© dpa-infocom, dpa:210706-99-279101/3

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