Illegale Partys in Bayern aufgelöst: Ärger in Nürnberg

Mit Autos posen, in der Kiesgrube abfeiern oder in der Innenstadt saufen: Corona schreckt viele Menschen nicht mehr. Junge Leute zieht es zum Feiern. Die Polizei muss einschreiten.
| dpa
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Das Wort "Polizei" steht auf einem Einsatzwagen.
Das Wort "Polizei" steht auf einem Einsatzwagen. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild
Kirchseeon/Nürnberg

Feiern, bis die Polizei kommt: Mehrere illegale Partys und Treffen mit teils Hunderten Menschen hat die Polizei am Wochenende in Bayern aufgelöst. In Nürnberg gab es dabei auch Angriffe auf die Beamten. Am Kornmarkt feierten in der Nacht zu Sonntag rund 200 Menschen, wie es in einer Mitteilung hieß. Zudem führte die "Autoposer"-Szene ihre Fahrzeuge vor.

Es kam laut Polizei zu Platzverweisen, doch einige Betrunkene wollten dies nicht akzeptieren und wurden in Gewahrsam genommen. Später gab es unweit davon entfernt eine Schlägerei zwischen Feiernden. Als die Polizei schlichten wollte, wurde sie selbst Zielscheibe und setzte Pfefferspray ein. Als eine 19-Jährige ihre Personalien abgeben sollte, habe sie einen Polizisten ins Gesicht geschlagen und ihn gewürgt, so die Mitteilung. Von "Randale" wollte ein Polizeisprecher nicht sprechen, es seien keine schwerwiegenden Ausschreitungen gewesen.

Ärger gab es auch in Augsburg: Hier musste die Polizei mehrmals in Streitigkeiten und bei Schlägereien unter Feiernden eingreifen. Polizisten wurden nicht verletzt.

Laut ging es auch bei München zu: Mit einer Nebelmaschine, Notstromaggregat und lauter Musik feierten rund 100 junge Menschen in der Nacht zu Sonntag in einer Kiesgrube in Kirchseeon. Als die Polizei kam, rannte ein Teil der Feiernden davon. Weil sie aber Taschen und Ausweise liegen gelassen hatten, konnten viele identifiziert werden. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag wurden außerdem Drogen gefunden.

In Würzburg waren am Freitag und Samstag jeweils bis zu 500 Personen in den Grünanlagen am Alten Kranen unterwegs, die eigentlich ab 22 Uhr gesperrt sind. Es kam jedoch zu keinen Straftaten oder Aggressionen, als diese aufgefordert wurden, die Parks zu verlassen, wie die Polizei mitteilte.

In Kaufbeuren feierten in der Nacht zu Sonntag etwa 500 Menschen auf einem Parkplatz. Nach Aussage der Polizei hatte das Treffen "Festival-Charakter". Die Polizei löste die Menge auf, da keine Abstände eingehalten werden konnten und Autos zwischen den Leuten herumfuhren.

In Füssen im Allgäu trafen sich etwa 200 Fußballfans und zogen zusammen durch die Straßen. Der Marsch löste sich jedoch bald auf und die Polizei musste nicht eingreifen.

Innenminister Joachim Herrmann war zufrieden mit dem EM-Auftakt. "Bislang wurden uns im Rahmen der Fußball-EM keine größeren Störungen gemeldet", erklärte er Nur vereinzelt habe die Polizei einschreiten müssen, weil die Menschen keine Abstände einhielten. Jedoch warnte er vor Partys und Massengucken auf "Feiermeilen" beim ersten Spiel der Nationalmannschaft am Dienstag in München gegen Frankreich.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-950322/5

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