IG Metall-Warnstreiks: Arbeitgeber warnen vor Eskalation

Zum Auftakt der dritten Warnstreik-Woche in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat IG-Metall-Bezirkschef Johann Horn eine Ausweitung der Aktionen angekündigt. "Wir werden den Druck auf die Arbeitgeber aufrechterhalten und schrittweise erhöhen, um am Verhandlungstisch zu Fortschritten zu kommen. Eine Nullrunde für 2021 lassen sich die Beschäftigten nicht bieten", sagte Horn am Montag.
| dpa
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München

Der Arbeitgeberverband vbm forderte dagegen "Realismus" angesichts der Corona-Krise: "Das oberste Ziel muss jetzt sein, zukunftsfähige Arbeitsplätze in Bayern zu erhalten", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in München. Die Unternehmen seien froh um jeden Auftrag, in Teilen herrsche immer noch Kurzarbeit; frühestens 2022 werde die Rückkehr zum Vorkrisenniveau erwartet. Die Tarifentgelte in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie seien seit 2018 um 8,3 Prozent gestiegen, der durchschnittliche Tariflohn betrage 63 000 Euro im Jahr. Jetzt brauchten die Betriebe "Luft für dringend notwendige Investitionen".

Am Montag beteiligten sich laut IG Metall 10 000 Homeoffice-Beschäftigte bei Audi an einem "Warnstreik dahoam". Jörg Schlagbauer, Vorsitzender der IG Metall bei Audi, forderte, Gewinne müssten "im Tarifabschluss Berücksichtigung finden und nicht nur in den Dividendenzahlungen". Betriebsratschef Peter Mosch sagte, nach dem Stillhalten der Arbeitnehmer im letzten Jahr müssten nach "dem Dank der Arbeitgeber in "Sonntagsreden auch Taten folgen".

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn oder bei Betrieben in der Krise eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten eine Nullrunde 2021, noch unbezifferte Lohnerhöhungen 2022 und fordern außerdem, bei schlechten Geschäftszahlen automatisch vom Tarifvertrag abrücken zu können.

Die bayerischen Tarifparteien hatten sich Ende Februar nach der vierten Verhandlungsrunde vertagt. Bei der fünften Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen am Montag waren Arbeitgeber und IG Metall nach wie vor weit auseinander. Beide Seiten machten sich gegenseitig für ausbleibende Fortschritte verantwortlich.

© dpa-infocom, dpa:210315-99-833218/2

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