Ifo-Institut: Wachstum der Königsweg zum Schuldenabbau

Wirtschaftswachstum ist für Ifo-Präsident Clemens Fuest der Königsweg, um den Schuldenberg nach der Corona-Krise wieder zu verkleinern. "Für Deutschland erscheint ein Herauswachsen aus den Schulden ohne größere Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen realistisch, wenn sich das Wirtschaftswachstum belebt", sagte Fuest am Donnerstagabend in einer Online-Vorlesung. Die Rechnung zahlten dann letztlich die Geldanleger durch niedrige Zinsen.
| dpa
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Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts.
Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
München

Der Staat müsse Schulden nicht in gleicher Weise tilgen wie die Bürger. Wichtig sei aber: "Die Schuldenquote darf nicht zu hoch werden", sagte der Chef des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Gläubiger müssten darauf vertrauen können, dass getilgt und Zinsen bezahlt würden und die Inflation nicht zu hoch werde.

In Italien, Frankreich, Spanien und anderen europäischen Staaten seien die Schuldenquoten zu hoch. Schon in den vergangenen Jahren sei sie in vielen Euro-Staaten immer weiter erhöht worden, statt sie vorsorglich für schlechte Zeiten abzubauen. Diese Schuldenberge erhöhten den Druck auf die Europäische Zentralbank, weitere Staatsanleihen zu kaufen und die Zinsen niedrig zu halten. Für Deutschland steige die Gefahr, in der nächsten Krise mehr Lasten für andere, hoch verschuldete EU-Staaten übernehmen zu müssen.

Eine Sonderabgabe auf Vermögen würde vor allem Betriebsvermögen treffen und ginge zu Lasten von Investitionen, Arbeitsplätzen und damit auch wieder von Steuereinnahmen, warnte der Wirtschaftsforscher. Auch drastische Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen sollten vermieden werden.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-306577/2

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