Hof verschärft Maßnahmen

Nirgends in Deutschland sind die Corona-Infektionszahlen so hoch wie in Hof. Daran haben auch die strengen Regeln nichts geändert, die seit knapp einer Woche dort gelten. Nun legen Stadt und Landkreis noch einmal nach.
| dpa
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Passanten gehen durch die Hofer Innenstadt.
Passanten gehen durch die Hofer Innenstadt. © Nicolas Armer/dpa
Hof

– Als bundesweiter Corona-Hotspot hat die Region Hof die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie weiter verschärft. Nur Eltern mit systemrelevanten Berufen dürfen ihre Kinder ab kommender Woche in die Notbetreuung schicken, erklärten Landrat Oliver Bär (CSU) und Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Mit Unterstützung der Bundeswehr soll außerdem das Impfen weiter vorangetrieben werden.

"Wir sind froh, wenn wir die Notbetreuung überhaupt aufrechterhalten können", betonte die Oberbürgermeisterin. Mehrere Notbetreuungen mussten vergangene Woche schließen, weil sich Kinder und Jugendliche dort infiziert hatten. Ab Montag haben in Stadt und Landkreis deshalb nur noch Eltern mit systemrelevanten Berufen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder – dazu zählen unter anderem Ärzte und Pflegekräfte, Mitarbeitende in Supermärkten und Drogerien, in der Kinder- und Jugendhilfe, bei Medien sowie bei der Post.

Außerdem sollen ab kommender Woche die Hygienemaßnahmen verschärft werden, kündigte der Landrat an. Angestellte in den Läden des täglichen Bedarfs müssten mindestens einen Mund-Nasen-Schutz tragen, auch wenn sie durch ein Scheibe von der Kundschaft abgeschirmt seien. Einkaufswagen sollen für jeden Kunden desinfiziert werden, um Schmierinfektionen möglichst zu vermeiden. Auch für Menschen mit körpernahen Berufen gilt Maskenpflicht, zum Beispiel bei Gesichtsbehandlungen oder der Bartpflege.

Mit der Luca-App, die ab Ende April bayernweit eingesetzt wird, sollen außerdem Kontakte leichter nachvollzogen werden können. Momentan seien die Infektionsketten in der Region nur in 55 Prozent nachvollziehbar, erklärte der Landrat.

Die neuen Maßnahmen gelten bis einschließlich 2. Mai und sollen "eine Brücke bauen bis hin zur Immunisierung", sagte Bär. Knapp ein Viertel der Bevölkerung in Stadt und Landkreis Hof seien bisher gegen Corona geimpft. Anfang kommender Woche soll die Region 2000 zusätzliche Impfdosen erhalten. Ab Samstag werde auch die Bundeswehr beim Impfen unterstützen. 

Das Personal werde in den bestehenden Zentren und bei den mobilen Impfteams helfen, bestätigte Landeskommando-Sprecher Carsten Spiering. So sollen die Impfzeiten auf 7.00 bis 23.00 Uhr ausgeweitet werden. Die Bundeswehr werde aber in Hof nicht wie etwa im Saarland ein eigenes Zentrum betreiben, das rund um die Uhr impfe, betonte der Sprecher. Wie viele Soldaten im Einsatz sein werden, war zunächst nicht bekannt.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Hof ist seit langem sehr hoch. Die Stadt in Oberfranken ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 570 bundesweiter Spitzenreiter. Im Landkreis Hof lag sie am Donnerstag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 474. 

Schon vergangene Woche hatten Stadt und Landkreis auf die hohen Infektionszahlen reagiert: Alle Schulen und Kitas sind dort geschlossen. In der Stadt Hof gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab 20.30 Uhr, die Sportanlagen sind gesperrt und Präsenzgottesdienste dürfen nicht mehr stattfinden. 

© dpa-infocom, dpa:210415-99-218076/2

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