„Hier ist vieles anders“

Ex-Cluberer Dennis Diekmeier über seine Begegnung mit Weltstar Ruud van Nistelrooy und das Training beim HSV. Und wie er sich mit seiner Frau in Hamburg eingelebt hat und warum der FCN nicht absteigt
von  Abendzeitung
Gegen seine ehemaligen Kollegen zum Zuschauen verdammt: Ex-Cluberer Dennis Diekmeier (l.), hier mit den HSV-Profis Tunay Torun, Lennard Sowah und Dennis Aogo (v.l.) .
Gegen seine ehemaligen Kollegen zum Zuschauen verdammt: Ex-Cluberer Dennis Diekmeier (l.), hier mit den HSV-Profis Tunay Torun, Lennard Sowah und Dennis Aogo (v.l.) . © imago

Ex-Cluberer Dennis Diekmeier über seine Begegnung mit Weltstar Ruud van Nistelrooy und das Training beim HSV. Und wie er sich mit seiner Frau in Hamburg eingelebt hat und warum der FCN nicht absteigt

HAMBURG Noch fünf Tage, dann rollt der Ball nach der Länderspielpause wieder. Für einen kommt dieser Termin allerdings noch zu früh: Neu-HSV-Profi Dennis Diekmeier. Beim Auftritt des Club am Samstag (15.30 Uhr) in Hamburg fällt das Wiedersehen auf dem Platz mit den Ex-Kollegen aus. Mit der AZ sprach der 20-Jährige über sein neues Leben in Hamburg.

Gegen ihren Ex-Klub sind Sie zum Zuschauen verdammt, oder besteht noch die Chance auf ein kleines Wunder?

Nein, leider nicht. Ich hatte so gehofft, gegen Club wieder fit zu sein. Aber das Spiel kommt nach meinem Bänderriss noch zu früh. Die Vorfreude ist aber trotzdem groß – auch wenn ich nur auf der Tribüne sitze.

"Armin Veh ist eine Respektsperson"

Dafür läuft es privat rund, wie man hört. Darf man schon gratulieren?

Noch nicht. Meine Frau Dana und ich erwarten unser Baby erst im Dezember. In Hamburg haben wir uns aber schon gut eingelebt und auch eine schöne Wohnung gefunden, von der ich es nicht weit zu Stadion habe.

Den Start beim HSV haben Sie sich trotzdem anders vorgestellt?

Klar ist das blöd gelaufen. Ich habe mir zuerst auch einen ziemlichen Kopf gemacht. Jetzt muss ich einfach möglichst schnell fit werden und mich beim Trainer anbieten.

Apropros Trainer. Wie ist denn die Arbeit unter dem Duo Armin Veh und Michael Oenning?

Armin Veh ist eine riesige Respektsperson. Immerhin war er mit Stuttgart ja schon Deutscher Meister. Und Michael Oenning kenne ich sowieso sehr gut. Er hat mich schon beim Club gefördert und mir jetzt gerade am Anfang auch hier sehr viel geholfen.

Vom Abstiegskandidaten FCN zum Titelanwärter HSV. Ein sportlicher Kulturschock?

Hier ist vieles anders. Schon beim Training. Dieses Spiel immer nur mit einem Kontakt war schon eine Umstellung. Da habe ich natürlich große Augen gemacht.

Vermutlich auch, als Sie zum ersten Mal einer lebenden Legende wie Ruud van Nistelrooy gegenüber standen?

Ja, das war schon ziemlich komisch, wenn man plötzlich mit solchen Weltstars wie Ruud oder auch Ze Roberto zusammenspielen soll. Aber ich bin hier von allen sehr gut aufgenommen worden.

"Ich habe mir schon ein paar blöde Sprüche anhören müssen"

Kein Wunder, mit den beiden 0:4-Klatschen in der letzten Saison haben Sie sich ja nicht gerade unbeliebt gemacht.

(lacht) Ja, das stimmt. Besonders wegen der Niederlage in der Rückrunde habe ich mir schon ein paar blöde Sprüche anhören müssen. Nach dem Motto: Wir waren nach der Pleite gegen Fulham (Europa League-Halbfinale, d. Red.) so kaputt. Da hättet ihr gewinnen müssen.

Auch jetzt ist der Club mit nur einem Punkt nicht gerade optimal in die Saison gestartet. Sind Sie froh, dass Sie nicht mehr gegen den Abstieg kämpfen müssen?

Die ersten beiden Spiele waren ärgerlich, weil der Club mindestens eines davon hätte gewinnen müssen. Gegen uns werden Sie zwar keinen Punkt holen, dafür, so hoffe ich, aber in Leverkusen. Absteigen werden Sie auf keinen Fall. Dafür ist die aktuelle Mannschaft einfach zu gut.

Es gibt also nichts was Sie hier im Norden vermissen?

Naja, hier regnet es ziemlich viel. Vom Wetter her war es in Nürnberg schon deutlich schöner. Interview: K. Kaufmann

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