Hacker soll Nutzer von Online-Banking abgezockt haben

Rund 1,4 Millionen Euro soll ein 23 Jahre alter Hacker aus mehr als 170 Online-Konten erbeutet haben, nun soll ihm nach dem Willen der Ermittler der Prozess gemacht werden. Gegen den Tatverdächtigen aus Essen sei Anklage zum Landgericht Ingolstadt erhoben worden, teilte die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) am Mittwoch in Bamberg mit. Der Mann war bereits im Oktober 2020 in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen.
| dpa
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Bamberg/Ingolstadt

Der Hacker soll zunächst Zugriffsdaten fürs Online-Banking der Geschädigten bei anderen Kriminellen eingekauft haben, die diese zuvor abgefischt hatten. Im Darknet gibt es Plattformen für diese Art von Handel. Bei den Banken soll er dann das sogenannte Push-TAN-Verfahren auf ihn umstellen haben lassen, das für Überweisungen nötig ist. Dafür nutzte er laut den Ermittlern meist extra angelegte E-Mail-Adressen, die den echten Adressen der Geschädigten ähnelten. Dann überwies er Geld - meist auf die Konten Dritter, die als Geldwäscher fungiert haben sollen. Ein erheblicher Teil der Beute soll in Kryptowährungen umgewandelt worden sein.

Die Ermittler waren durch einen unberechtigten Zugriff auf ein Konto einer mittelfränkischen Bank im vergangenen Juni auf den Hacker aufmerksam geworden. In dem Fall soll er in 14 Überweisungen 52 000 Euro erbeutet haben. Die insgesamt mehr als 170 Taten soll er zwischen Juli 2019 und Oktober 2020 begangen haben.

Das Landgericht Ingolstadt muss laut den Ermittlern nun über eine Zulassung der Anklage entscheiden. Ihm werden unter anderem die gewerbsmäßige Fälschung beweiserheblicher Daten und gewerbsmäßiger Computerbetrug vorgeworfen. Ermittelt wird außerdem noch gegen mögliche Helfer des 23-Jährigen.

© dpa-infocom, dpa:211110-99-940222/2

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