Gurkenernte durchwachsen: Zu nass und zu kühl

Die Gurke mag es sonnig und warm - weswegen sie sich in diesem Sommer noch nicht so richtig wohlfühlte. Zu viel Regen und zu kühl, bilanziert der Bauernverband zur Ernte-Halbzeit. Auch die Corona-Pandemie wirkt sich noch aus.
| dpa
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Landau

Die Gurkenernte in Niederbayern läuft auf Hochtouren, wenn auch bislang mit etwas niedrigerem Ertrag als in den den vergangenen Jahren. Dieses Zwischenfazit zieht Ingrid Ecker, Geschäftsführerin des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in Landau. Der Landkreis Dingolfing-Landau ist das Gurken-Kerngebiet in Bayern. Aber auch in den Landkreisen Straubing-Bogen und Deggendorf wird das grüne Gemüse großflächig angebaut.

Zum Wachsen brauche die Gurke Sonne und Wärme und insbesondere auch warme Nächte, sagt Ingrid Ecker. Gerade die Nächte seien in den vergangenen Wochen aber vergleichsweise kühl gewesen. Bei Wärme wüchsen die Gurken schneller, was sich gerade in den sehr heißen Sommern der vergangenen Jahre ausgewirkt habe.

"Da hatten wir zeitweise so viele Gurken, dass wir keine Abnehmer mehr gefunden haben." Nach einem Gurken-Überschuss sehe es für 2021 derzeit nicht aus. Aber, so sagt Ecker, der Wetterbericht stimme zumindest für die nächsten Tage zuversichtlich.

Nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Nässe mache den Gurkenbauern zu schaffen: Der viele Regen habe die Fahrspuren auf den Feldern aufgeweicht, was das Manövrieren der sogenannten Gurkenflieger - die Fahrzeuge auf denen die Erntehelfer beim Pflücken liegen - erschwere, erklärt Ecker.

Im Vergleich zum ersten Corona-Sommer hätten sich die Gurkenbetriebe auf die Pandemie inzwischen eingestellt. Große Corona-Ausbrüche wie 2020, bei denen zeitweise hunderte Erntehelfer in ihren Unterkünften unter Quarantäne gestellt wurden, habe es in diesem Jahr nicht gegeben. Die Saisonarbeiter seien in festen Teams auf den Feldern tätig, so dass im Falle eines positiven Corona-Tests lediglich die Gruppe des Infizierten in Quarantäne müsse.

Mehrere große Infektionsgeschehen im vergangenen Jahr hatten Kritik unter anderem an der Wohnsituation der ausländischen Erntehelfer hervorgerufen. Die Betriebe hätten in die Unterkünfte investiert, um mehr Raum zu schaffen - zumindest in Form von Wohncontainern, sagt Ecker. Außerdem sei eine Vielzahl der Arbeiter bereits geimpft.

In Niederbayern sind laut BBV etwa 5000 Erntehelfer - zumeist aus Rumänien - im Einsatz. Die Region gilt als größtes Gurkenanbaugebiet in Europa. Die Erntezeit dauert je nach Wetter bis Ende September.

© dpa-infocom, dpa:210814-99-837574/2

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