Grünen-Politiker Urban weist Vorwürfe zurück

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Urban hat im Prozess um einen Vorfall mit einem Google-Street-View-Fahrzeug den Vorwurf der falschen Verdächtigung zurückgewiesen. Der Google-Fahrer sei auf seinen Bauernhof im oberbayerischen Eurasburg (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gefahren, obwohl er einer Veröffentlichung von Bildern des Hofgeländes widersprochen habe, sagte Urban am Montag vor dem Amtsgericht Wolfratshausen. Er habe sich in den Weg gestellt, woraufhin der Fahrer ihm unter anderem an die Schienbeine gefahren sei.
von  dpa
Der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Urban im Gericht.
Der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans Urban im Gericht. © Peter Kneffel/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 43 Jahre alten Politiker vor, bei dem Vorfall im Oktober 2019 den Google-Fahrer am Verlassen seines Privatgrundstücks gehindert und zu Unrecht behauptet zu haben, dieser habe ihn angefahren. Es geht auch um Nötigung.

"Servus, was machst Du bei uns?", habe er den Google-Fahrer begrüßt, sagte Urban vor Gericht. "Ich habe das noch freundlich formuliert." Immerhin sei der Mann auf sein Grundstück eingedrungen, deshalb sei er dem Fahrzeug gefolgt. "Ich war gesprächsbereit." Auf seine Frage nach einem Ansprechpartner bei Google habe der Fahrer nicht reagiert. Da habe er sich in den Weg gestellt. Der Fahrer habe ihn mit dem Auto geschoben, sei ihm gegen die Schienbeine und über den Fuß gefahren. Sein Daumen habe geblutet. Um weitere Verletzungen habe er sich nicht gekümmert. "Ich bin jetzt nicht der Wuisler."

Der Fahrer des Wagens hatte stets bestritten, Urban vorsätzlich angefahren zu haben. Staatsanwalt Thomas Ehemann sah "allenfalls eine versehentliche Berührung" mit dem Pkw. Das sei "nicht ausschließbar". Urban habe sich aber "mehrfach anlasslos und ohne Berührung" auf den Boden fallen lassen, um vorzutäuschen, er sei angefahren worden.

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