Grüne wollen Präsenzvorlesungen für Studienanfänger

Ein Ende der Corona-Beschränkungen ist noch immer nicht absehbar. Für die Grünen muss das weitere Leben mit der Pandemie daher klar geregelt werden - und teilweise auch anders als bisher.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Empfehlungen
In einem großen Hörsaal einer Universität nehmen Studierende an einer Vorlesung teil.
In einem großen Hörsaal einer Universität nehmen Studierende an einer Vorlesung teil. © Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
Kelheim

Allen Studienanfängern an Bayerns Hochschulen sollen nach dem Willen der Grünen im Landtag im Wintersemester trotz der Corona-Krise Präsenzveranstaltungen angeboten werden. Dabei sei die Einhaltung der Hygienebestimmungen zu berücksichtigen, heißt es in einem Papier zum Leben mit der Pandemie, welches die Fraktion am Freitag zum Abschluss ihrer dreitägigen Klausur im niederbayerischen Kelheim beschlossen hat.

Als Reaktion auf die schwierigen Lehr- und Lernbedingungen in der Pandemie müsse es zudem die Möglichkeit für eine individuelle Anpassung der Regelstudienzeit aus dem Sommersemester weiterhin geben. "So beugen wir auch dem vorzeitigen Auslaufen von BAföG- und Stipendiendauern vor", heißt es weiter im Papier. Auch bestehende Prüfungsfristen sollten dann daran angepasst werden.

Die in den ersten Monaten der Pandemie "deutlich zutage getretenen Defizite bei der Digitalisierung der Hochschulen müssen beseitigt werden", heißt es weiter. Dazu brauche es Geld für Infrastruktur und Personal für die digitale Lehre an Hochschulen. Da viele Studierende in der Krise ihre Jobs verloren hätten, sei zu befürchten, dass die Quote der Studien-Abbrecher steige.

In ihrem Corona-Papier betonten die Grünen, dass ein zweiter Lockdown wie im Frühjahr verhindert werden müsse. Dazu brauche es auch für die Schulen mehr Personal, sowohl bei Lehrkräften als auch in der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Zudem müsse die Ausstattung mit Laptops, Tablets und schnellem Internet verbessert werden.

Für Lehrer müsse es ferner spezielle Aus- und Fortbildungsangebote geben, in den Schulen solle das Fach Informatik zu Digitalkunde weiterentwickelt werden. Um Ansteckungen in den Schulen zu minimieren, müssten alle technischen und pädagogischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, von Luftreinigungssystemen bis hin zu Trennwänden und Unterricht im Freien.

In ihrem Papier betont die Fraktion auch die Notwendigkeit von regelmäßigen Corona-Tests in Schulen, aber auch im generellen Gesundheitswesen sowie in Gemeinschaftsunterkünften. Für besonders unter der Pandemie leidende Personengruppen, etwa Frauen und Kinder in gewaltgefährdeten Familien, queere Menschen oder Suchtkranke, müssten Betreuungsangebote aufrechterhalten werden.

Unabhängig vom weiteren Verlauf der Krise forderten die Grünen mehr Mitsprache des Landtags, die Einsetzung einer Corona-Kommission, ein Corona-Transparenzgesetz und ein Corona-Maßnahmengesetz. "All das hat den Vorteil, dass es für mehr Stabilität, Transparenz und Vertrauen in politische Maßnahmen sorgt", heißt es zur Begründung im Papier.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Empfehlungen