Größter See in Unterfranken wird abgefischt

Mehrere Tonnen Fisch werden seit Mittwoch aus Unterfrankens größtem See geholt. Denn im Ellertshäuser See, in dem sonst Karpfen, Zander, Hecht und Co. schwimmen, wird bald kein Wasser mehr sein. Seit September wird er für Sanierungsarbeiten komplett abgelassen.
| dpa
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Wolken ziehen über den Ellertshäuser See.
Wolken ziehen über den Ellertshäuser See. © Nicolas Armer/dpa/Bildarchiv
Stadtlauringen

Zwei Tage lang sollen Profifischer mit Schleppnetzen durch den See im Landkreis Schweinfurt fahren, teilte das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen mit. Die Behörde rechnete mit vier Fangfahrten und bis zu 18 Tonnen Fang. Zu Beginn mussten am Mittwoch nach ersten Überprüfungen am Vortag zunächst die Netze hergerichtet werden.

Die Fische werden zum einen an Angelvereine und Gastronomie verkauft. Der andere Teil wird in eine kleinen Vorsee übersiedelt, der gefüllt bleibt. Später sollen sie wieder in den Hauptsee zurückkommen.

Vermutlich Ende November wird der See ohne Wasser sein. Normalerweise ist er so groß ist wie etwa 42 Fußballfelder und fasst 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser. Für Anfang nächsten Jahres ist die Sanierung geplant. Badegäste können den See wohl frühestens 2024 wieder nutzen. Nur Niederschlag wie Regen und Schnee wird ihn wieder füllen. In der Zwischenzeit können Besucher Randbereiche des freigelegten Seegrundes erkunden.

Grund der Sanierungsarbeiten ist eine Auslassleitung von etwa 50 Zentimeter Durchmesser. Das Rohr, durch das Wasser vom See abfließen kann, ist dem Amt zufolge unter anderem aufgrund von Bakterien angegriffen. Für die aktuelle Ablassaktion sei der Zustand aber noch gut genug.

Das Wasser des Sees fließt laut Wasserwirtschaftsamt über verschiedene Flüsse wie Fränkische Saale, Main und Rhein ab - und letztendlich in die Nordsee. Das letzte Mal war der See vor fast vier Jahrzehnten 1983 abgelassen worden.

Damit der See für künftige Sanierungen nicht mehr komplett geleert werden muss, wird bei der aktuellen Aktion auch ein kleiner Damm gebaut. Er wird im vollen See unterhalb der Wasseroberfläche liegen. Zudem soll der See auch entschlammt werden. Der Schlamm sei teilweise zwei Meter dick.

© dpa-infocom, dpa:211103-99-846024/3

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