Füracker verteidigt Corona-Schulden: Jeder Euro notwendig

Die Bundesländer haben sich seit Beginn der Pandemie mit mehreren Milliarden Euro an neuen Krediten verschuldet - Spitzenreiter ist Bayern. Aus gutem Grund, wie die Staatsregierung findet.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Albert Füracker (CSU), Finanzminister von Bayern, nimmt an einer Plenarsitzung im Landtag teil.
Albert Füracker (CSU), Finanzminister von Bayern, nimmt an einer Plenarsitzung im Landtag teil. © Matthias Balk/dpa/Archivbild
München

Bayerns Staatsregierung hat die gestiegene Schuldenlast in der Corona-Krise verteidigt. "Jeder Euro, den wir ausgegeben haben, war letztlich eine notwendige Investition, um Bayern gut durch die Krise zu bringen und möglichst viel Krise von den Menschen fern zu halten", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Bayern sei leider betroffen gewesen wie kein anderes Bundesland - Bayern habe dann aber auch finanziell geholfen wie kein anderes Bundesland.

Bayern hat zur Bewältigung der Corona-Pandemie und deren Folgen 2020 rund 7,2 Milliarden Euro und 2021 rund 2,9 Milliarden Euro Kredite aufgenommen. In diesem Jahr sieht der Regierungsentwurf des Haushalts für das Sonderkapitel Corona-Pandemie zudem eine Kreditermächtigung von rund 5,8 Milliarden Euro vor. Seit Beginn der Pandemie haben sich die Länder bundesweit mit fast 60 Milliarden Euro an neuen Krediten verschuldet.

Bayern liegt damit bei der pandemiebedingten Kreditaufnahme bundesweit an der Spitze. Füracker zeigte sich dennoch selbstbewusst: "Unser Konzept "investieren statt blind sparen" ist richtig - das zeigt auch die vorsichtige wirtschaftliche Erholung", sagte er.

Zur Stärkung des Gesundheitsbereiches habe man unter anderem in die Personalgewinnung bei den Gesundheitsämtern, in Prämien und Verpflegung für Krankenhauspersonal sowie in Impfzentren und kostenfreie Testmöglichkeiten investiert. "Allein unsere bisherigen Investitionen für Gesundheit, Pflege und Soziales belaufen sich auf über 3,4 Milliarden Euro", so Füracker. Zudem seien mehr als drei Milliarden Euro der pandemiebedingten Schulden "ausschließlich zu Gunsten der bayerischen Kommunen" entstanden.

Neben Soforthilfen erhielten Unternehmen zudem umfangreiche steuerliche Entlastungen. Insgesamt nahm der Freistaat hierfür neun Milliarden Euro in die Hand. "Wir haben rasch geholfen, wo es dringend nötig war: Mit Hilfsprogrammen für Kunst und Kultur, Vereine und Verbände - auch im sportlichen Bereich und für soziale Einrichtungen. Wir haben Kinderbetreuungsgebühren übernommen und unsere Schulen digital aufgerüstet", sagte Füracker.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen