Forschungsstandort Bayern hat Top-Nachwuchs

Bayern ist Forschungsstandort. Und an Nachwuchs mangelt es nicht. Am Freitag wurden die Landessieger von "Jugend forscht" ausgezeichnet. Innovation, Durchhaltevermögen und Erfindergeist stehen im Vordergrund.
von  dpa
Die Sieger im Fachgebiet Arbeitswelt: Daniel Pöllmann (l, 18 Jahre) und Marcel Galli (19 Jahre) vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf, präsentieren ein Programm zu Musiksteuerung mit Smartphones.
Die Sieger im Fachgebiet Arbeitswelt: Daniel Pöllmann (l, 18 Jahre) und Marcel Galli (19 Jahre) vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf, präsentieren ein Programm zu Musiksteuerung mit Smartphones. © dpa

Regensburg – 18 junge Tüftler aus Bayern sind am Freitag beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" in Regensburg ausgezeichnet worden. Die jungen Erfinder hatten die 29-köpfige Jury mit ihren Arbeiten unter anderem über das Paarungsverhalten von Fischen, Partygestaltung per App und Prothesen überzeugt.

Bei dem Festakt an der Universität Regensburg überreichte Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (CSU) die Preise in den Themenfeldern Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. "Ich bin mir sicher: Sie haben dadurch auch für ihr späteres Leben entscheidende Kompetenzen gestärkt: Leistungsbereitschaft, Kreativität und Durchhaltevermögen", sagte Eisenreich zu den jungen Forschern.

Die jungen Forscher im Alter zwischen 15 und 21 Jahren überzeugten zum Teil mit hochkomplexen naturwissenschaftlichen Projekten. Thomas Lindner vom Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt siegte mit seiner Forschung zum Paarungsverhalten von Fischer. "Zunächst habe ich bewiesen, dass sich Weibchen stets für den selben Partner entscheiden. Und dann folgen andere Weibchen dieser Auswahl", erklärte der Schüler.

Aber auch sofort anwendbare technische Neuerungen brachten Siegerpreise ein. So entwickelten Daniel Pöllmann und Marcel Galli vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf eine App, mit der Partygäste über die Musik-, Licht- und Getränkeauswahl abstimmen können. Der Sonderpreis des bayerischen Wissenschaftsministeriums ging an Jonas Viel, Leonhard Sommer und Michael Berg vom Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm. Das Trio entwickelte für einen Mitschüler eine Unterarmprothese, die viel beweglicher ist als die handelsübliche Prothese.

Die Forschung bleibt aber eine Männerdomäne, vor allem in den technischen Bereichen. Insgesamt hatten sich 89 Tüftler für den Landeswettbewerb qualifiziert, darunter 17 Mädchen. Lediglich 2 von den 18 ausgezeichneten Schüler waren heuer Mädchen. Die einzigen Landessiegerinnen Larissa Roth und Felicitas Kaplar vom Hanns-Seidel-Gymnasium aus Hösbach konnte in der Kategorie Chemie überzeugen. Sie siegten gemeinsam mit ihrem Mitschüler Levin Winzinger mit ihrem Projekt "Grüne Olefine aus nachwachsenden Rohstoffen: Perspektiven für das Nacherdölzeitalter". "Es ist wohl immer noch eine alte Rollenverteilung, dass es nicht die Masse der Mädchen und jungen Frauen in die Naturwissenschaft zieht", sagte die 18-jährige Felicitas.

"Wir haben vielversprechende Gewinner in den einzelnen Fachgebieten. Jetzt hoffen wir auf einen bayerischen Erfolg beim Bundeswettbewerb in Ludwigshafen vom 26. bis 30. Mai", sagte die Landeswettbewerbsleiterin Monika Christl.