Flughafen Nürnberg rechnet mit weniger Passagieren

Luftverkehr in Zeiten der Corona-Krise ist zu einem harten Geschäft geworden. Am Flughafen Nürnberg lag das Flugaufkommen zwischenzeitlich fast bei Null. Der Wiederaufbau des Flugbetriebes ist mühsam.
| dpa
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Ein Flugzeug landet an einem Flughafen.
Ein Flugzeug landet an einem Flughafen. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Nürnberg

Der Flughafen Nürnberg rechnet in den nächsten zehn Jahren auch bei Abklingen der Corona-Krise nicht mit einer Rückkehr des Fluggastaufkommens von vor der Krise. Insbesondere bei Geschäftsreisenden sei nicht davon auszugehen, dass das Aufkommen von 2018 schnell wieder erreicht werde, sagte Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe der Deutschen Presse-Agentur. Er rechne damit, dass in diesem Segment mittelfristig Abstriche von 20 Prozent und mehr gemacht werden müssten. Videokonferenzen und Sparüberlegungen bei Unternehmen, aber auch ökologische Aspekte bei Privatleuten spielten eine Rolle. "Wie viel Fernreise darf es noch sein", laute einer der Fragen, sagte Hupe.

Die Entwicklung führe zwangsläufig zu Kostensteigerungen. "Die Stückkosten pro Passagier steigen automatisch", sagte Hupe und nannte etwa die Deutsche Flugsicherung als Beispiel. Die Sicherheit müsse gewährleistet bleiben, egal wie viele Maschinen pro Tag starteten und egal mit wie vielen Passagieren diese besetzt seien. "Das müssen die Airlines über steigende Ticketpreis weitergeben." Dies wiederum könne sich dämpfend auf die Nachfrage auswirken.

Der Flughafen Nürnberg versuche, durch neue Strecken und Zielgebiete einen Ausgleich zu schaffen. Ziele, die sowohl bei Urlaubern beliebt sind als auch etwa für Familien-Heimreisen eine Rolle spielten, könnten ausgebaut werden, sagte er und nannte das sizilianische Palermo oder Thessaloniki in Griechenland als Beispiele. Der russische Markt sei ebenfalls für die Zukunft interessant, genauso wie der türkische. "Wir müssen uns jede Strecke neu erarbeiten", sagte Hupe.

Am Flughafen Nürnberg waren 2019 noch 4,1 Millionen Fluggäste ein- und ausgestiegen. Die Zahl der Passagiere ging 2020 deutlich nach unten und sank in den Hochzeiten der Corona-Pandemie praktisch auf Null. Zu Beginn der Sommerferien 2021 sei etwa ein Flugaufkommen von 50 Prozent der Vor-Corona-Zeit erreicht. "Jede Woche kommen wieder ein bis zwei Strecken dazu", sagte Hupe.

© dpa-infocom, dpa:210809-99-774058/2

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