FCN: Heckings Hoffnungsträger

Zum Trainingsstart stellt der Club-Trainer seine Neuen vor: Ein „israelischer Gattuso“, ein Edeltechniker, ein enorm schneller Flügelflitzer, ein Schwabenbomber und ein Abwehr-Stabilisator
von  Abendzeitung
Zum Trainingsauftakt stellte  Club-Trainer  Dieter Hecking sein Team vor: "Israelischer Gattuso", ein Schwabenbomber, schneller Flügelflitzer, Abwehr-Stabilisator.
Zum Trainingsauftakt stellte Club-Trainer Dieter Hecking sein Team vor: "Israelischer Gattuso", ein Schwabenbomber, schneller Flügelflitzer, Abwehr-Stabilisator. © Wolfgang Zink

Zum Trainingsstart stellt der Club-Trainer seine Neuen vor: Ein „israelischer Gattuso“, ein Edeltechniker, ein enorm schneller Flügelflitzer, ein Schwabenbomber und ein Abwehr-Stabilisator

NÜRNBERG 35 Grad im Schatten, das Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien im Nacken – für einen Vorbereitungsstart gibt es günstigere Gelegenheiten als den vergangenen Samstag. FCN-Trainer Dieter Hecking wollte dennoch keine Kompromisse eingehen, zu viel ist noch zu tun bis zum Bundesliga-Auftakt am 20./21. August. Vor allem müssen die bislang sechs Neuzugänge flott integriert werden. Was kein Problem werden dürfte, wenn sich die Neu-Cluberer so entwickeln, wie Hecking sie beschreibt:

"Können uns keine Wunschspieler leisten"

Per Nilsson: Wie alle Neuzugänge ist Nilsson kein Wunschspieler, wie Hecking betont, denn die könne sich der Club niemals leisten. Aber mit Sicherheit ein elementarer Baustein im Defensiv-Konzept. „Natürlich muss auch Nilsson bei uns erst seine Leistung zeigen“, schließt der 45-Jährige eine Stammplatzgarantie für den Schweden aus. Von der Verpflichtung des 27-Jährigen verspricht sich Hecking: „Er soll die Mannschaft mit führen, vor allem unser Spiel von hinten heraus verbessern.“

"Julian hat schon gezeigt, welche Qualitäten er hat"

Julian Schieber: Beim Schwabenbomber, für ein Jahr vom VfB Stuttgart geliehen, kommt Hecking fast in Schwärmen: „Julian hat mit seinen Toren letzte Saison schon gezeigt, welche Qualitäten er hat. Und er wird für seine Geradlinigkeit und Zielstrebigkeit von allen Seiten gelobt.“

Rubin Okotie: Grippialer Infekt

Rubin Okotie: Im Moment plagt den Österreicher noch ein grippaler Infekt. Deshalb konnte der 22-Jährige beim Aufgalopp nur leichtes Lauftraining absolvieren. Wenn Okotie aber fit ist, erwartet sich Hecking viel von dem Nationalstürmer. „Rubin ist in der Lage, auch mal den Ball zu behaupten.“ Hintergedanke bei der Verpflichtung des 1,88 m großen Stoßstürmer war auch der Versuch, „Größe und Robustheit zu gewinnen. Denn wir waren letzte Saison eine kleine Mannschaft.“

"Mak ist ein sehr schneller, guter Flügelflitzer"

Robert Mak: Mit seinen 1,78 Metern sicher kein Riese, dafür besitzt der slowakische Junioren-Nationalspieler laut Hecking andere Qualitäten, die der Club gut gebrauchen kann: „Wir werden auch nächste Saison häufiger wieder auf Konter spielen müssen. Robert ist sehr schnell, ein guter Flügelspieler, stark im Eins gegen Eins. Er ist ein ähnlicher Typ wie Marcel Risse, aber anders als Marcel klebt er nicht so an der Linie, sondern geht auch mal in den Strafraum.“ Wie zum Beweis glänzte Mak im ersten Training gleich mit einem Doppelpack.

Ekici: Vielseitiger "Zehner"

Mehmet Ekici: Den 20-jährigen Edeltechniker, der mit der Empfehlung von 18 Toren in 61 Drittliga-Partien für die Bayern-Amateure kommt, beschreibt Hecking als einen „sehr vielseitigen Zehner“, der notfalls auch im defensiven Mittelfeld aushelfen könnte. Seine Stärken liegen allerdings in der Offensive, wie die FCB-Leihgabe mit seinen Doppelpässen andeutete. Laut Hecking muss „Ekici lernen, gegen den Ball zu arbeiten.“

Cohen: "israelischer Gatusso"

Almog Cohen: Deutlich rustikaler als Ekici geht der erste Israeli in der Clubgeschichte zu Werke. Kabinettsstückchen sind von dem 22-jährigen Abräumer weniger zu erwarten. Hecking: „Almog lebt von seiner Kampfkraft.“ In seiner Heimat wird er deshalb als der „israelische Gattuso“ bezeichnet. Um seinem Vorbild auch optisch gerecht zu werden, fehlen dem Mittelfeld-Floh allerdings noch ein paar Kilo. Krischan Kaufmann