"Extrem schwierige" Tarifverhandlungen für Metallindustrie

Zum Auftakt der Tarifverhandlungen in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie waren sich Arbeitgeber und Gewerkschaft am Donnerstag zumindest in einem Punkt einig: Diese Tarifrunde wird extrem schwierig. Denn "wir haben beide festgestellt, dass die Unternehmen sehr unterschiedlich unterwegs sind", sagte die Verhandlungsführerin des Arbeitgeberverbandes vbm, Angelique Renkhoff-Mücke in München.
| dpa
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Das Logo der IG Metall. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild
München

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn für die 838 000 Beschäftigen der Branche in Bayern - oder aber, "wo es schlecht läuft, eine Absenkung der Arbeitszeit mit teilweisem Entgeltausgleich", sagte der bayerische IG-Metall-Chef Johann Horn. Die Arbeitgeber verweisen darauf, dass die Branche schon seit 2019 in der Rezession steckt, und fordern vor allem Flexibilität. Unternehmen in der Krise würde es "auf die Füße fallen", wenn sie die Arbeitszeit kürzten, aber höhere Stundenlöhne zahlten, sagte Renkhoff-Mücke.

Die Branche baut laut vbm seit Mai jeden Monat 3000 Stellen ab. "Die Arbeitgeber behaupten vor jeder Tarifrunde, Lohnerhöhungen seien schädlich", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Horn. "Aktuell erleben wir, dass die bayerischen Metallarbeitgeber 50 000 Arbeitsplätze abbauen wollen", obwohl dieses Jahr keine Lohnerhöhung vereinbart worden sei. Nullrunden sicherten keine Arbeitsplätze.

Die nächste Verhandlungsrunde in Bayern soll am 21. Januar stattfinden. Die Friedenspflicht endet am 28. Februar; danach wären erste Streiks möglich. Die Verhandlungen werden bundesweit parallel in allen Tarifbezirken geführt.

Gewöhnlich würden sich 20 bis 30 Teilnehmer von jeder Seite treffen - wegen Corona seien jetzt nur jeweils sechs Teilnehmer in einem sehr großen Verhandlungsraum gewesen, sagte Horn. Jeder Teilnehmer habe zuvor einen Schnelltest gemacht. Die Verhandlungskommissionen seien dann per Video zugeschaltet worden.

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