Ein „Schwarzer“ will den „roten“ Tunnel retten

Michael Frieser macht sich für eine Sanierung des Bauwerks stark. Und der Hauptbahnhof bekommt den lang ersehnten Ost-Ausgang
von  L. Fleischmann
Wer vom Ostteil des Hauptbahnhofes in Richtung Südstadt will, muss bislang am Ende des Gangs einen lästigen Umweg über die Treppen (Mitte) in Kauf nehmen.
Wer vom Ostteil des Hauptbahnhofes in Richtung Südstadt will, muss bislang am Ende des Gangs einen lästigen Umweg über die Treppen (Mitte) in Kauf nehmen. © news5

NÜRNBERG Wer zu Fuß oder mit dem Rad von der Südstadt aus in die Innenstadt unterwegs ist, muss durch ihn durch: den Karl-Bröger-Tunnel, benannt nach Nürnbergs berühmtem Schriftsteller und Arbeiterdichter der zwanziger und dreißiger Jahre. Unweit des Hauptbahnhofes führt der dunkle und ziemlich ungepflegte Tunnel unter den Gleisen hindurch Richtung City. Immer wieder war eine Sanierung des Bauwerks im Gespräch. Da bis jetzt noch nichts passiert ist, setzt sich jetzt ausgerechnet ein Schwarzer für den Tunnel ein, der nach dem im KZ Dachau inhaftierten SPD-Politiker (†1944) benannt ist: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Frieser fordert die Deutsche Bahn nun zu einer schnellen Lösung auf.

„Der Tunnel führt ein Schattendasein. Dagegen muss dringend etwas getan werden!“ Laut Frieser würde eine Renovierung und Beleuchtung des Bröger-Tunnels mit „einigen hunderttausend Euro“ zu Buche schlagen. Immerhin ein anderes Bahn-Projekt wird bereits in naher Zukunft umgesetzt: Der Hauptbahnhof bekommt endlich den lang ersehnten Ost-Ausgang! Bislang ist im Ostteil des Hauptbahnhofes hinter dem Gleis 22 Schluss. Eine Treppe hinauf, über den Bahnsteig und wieder eine Treppe herunter – wer vom Bahnhof in Richtung Südstadt will, hat es nicht leicht.

Jetzt haben sich die Stadt, die Regierung Mittelfranken und die Deutsche Bahn über die Finanzierung des 1,5 Millionen Euro teuren Projekts geeinigt. Hannes Hinnecke vom Baureferat: „Im nächsten Jahr beginnen die Arbeiten.“ Ab 2013 müssen Reisende dann nicht mehr den lästigen Umweg über den Bahnsteig gehen, sondern können den Bahnhof direkt am Nelson-Mandela-Platz verlassen. Mit dem neuen Zugang verkürzen sich auch die Umsteigezeiten von der Straßenbahn-Haltestelle Widhalmstraße zu den Zügen. Ein Viertel der Kosten für den Ost-Ausgang muss die Stadt selbst tragen. Den Rest übernimmt die Bahn, die dafür Zuschüsse von Bund und Freistaat erhält.