Dirndl-Bierfuizl-Streit: Ein verschenktes Tor

AZ-Redakteurin Ruth Schormann kommentiert die Kritik am Dirndl-Bierfuizl.
von  Ruth Schormann
AZ-Redakteurin Ruth Schormann über die Kritik am Dirndl-Bierfuizl.
AZ-Redakteurin Ruth Schormann über die Kritik am Dirndl-Bierfuizl. © AZ-Montage/Hofbräuhaus Traunstein

Mit seiner Kritik an der Werbung der Traditionsfirma hat das Magazin "Emma" ein Eigentor geschossen – und der Brauerei so zehn Jahre nach Druck des Fuizls zu noch mehr Aufmerksamkeit verholfen. Es zeigt den Ausschnitt einer Bedienung, wie man sie in jedem bayerischen Biergarten findet. Und dort ist die Frau, die das Bier bringt, sicher kein käuflicher Gegenstand, sondern die allseits hochgeschätzte Herrscherin über Bock, Radler und Märzen.

Bedienungen sind Herrscherinnen

Die nun mal fragt, was es sein darf. Würde da irgendein Hallodri tatsächlich eine unpassende Antwort geben und nicht nur bestellen, hätte ihm die Dirndlträgerin sicher schneller in die Haferlschuhe geholfen, als er um "no a Maß!" bitten kann. Danke, "Emma", für all euer Engagement! Schade ist in diesem Fall aber, dass ihr die Werbung einfach nur als "mega out" bewertet, ohne auf die Stärken der Frauen, gerade der bayerischen Bedienungen, deren Arbeit erwiesenermaßen ein echter Knochenjob ist, hinzuweisen. Ein verschenktes Tor.

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