Die Reben treiben langsamer aus: Blüte später als zuletzt

Schuld ist das Wetter: Das Frühjahr war schlicht zu kalt. Die Rebblüte in Frankens Weinbergen verzögert sich im Vergleich mit den wärmeren Frühlingstagen der zurückliegenden Jahre. Dafür blieb ein Schrecken der Winzer heuer aus.
| dpa
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Die Sonne scheint auf junge Weintrauben in der Weinlage Escherndorfer Lump.
Die Sonne scheint auf junge Weintrauben in der Weinlage Escherndorfer Lump. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
Würzburg

Nach kühlen Wochen im April und Mai haben die Reben in Frankens Weinbergen langsamer ausgetrieben - und damit wird die Weinlese in diesem Jahr wohl auch später sein als in den vergangenen Jahren. "Das verschiebt sich ein bisschen nach hinten, um etwa zwei Wochen", sagte ein Sprecher des Fränkischen Weinbauverbandes in Würzburg. Die Blütezeit liege aber im langjährigen Schnitt.

Die Blüte erwarten die meisten Weinbauern in der letzten Juni-Woche. In den Vorjahren waren die ersten Blüten oft schon Anfang Juni zu sehen. "Im langjährigen Mittel ist der 24. Juni der Beginn der Blüte." Die Rebblüte beeinflusst direkt den Zeitpunkt der Weinlese - die Trauben sind ungefähr 100 Tage danach reif. Für die Befruchtung sind nun Temperaturen von mehr als 20 Grad wichtig.

Der Weinbauverband geht bisher davon aus, dass die Hauptlese wohl Mitte September beginnen wird. In den zurückliegenden Jahren startete diese arbeitsreiche Zeit meist schon Anfang September.

In den Anbaugebieten in Unterfranken blieben die meisten Winzer in diesem Frühjahr von Frost verschont. Mitte Mai 2020 war noch mehr als der Hälfte der Anbaufläche betroffen. Mancher Winzer hatte bis zu 80 Prozent Verlust. Mit der anschließenden Trockenheit fuhren die Weinbauern im vergangenen Jahr die kleinste Ernte seit 35 Jahren ein.

Frankens Weinbaupräsident Artur Steinmann geht bislang davon aus, dass in diesem Jahr wieder mehr Trauben gelesen werden können als zuletzt. 2020 konnten lediglich 4400 Liter pro Hektar und damit insgesamt etwa 27 Millionen Liter Traubenmost verarbeitet werden. Mit 7600 Liter pro Hektar liegt der Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre rund 40 Prozent höher. Die Weinkeller in der Region leerten sich durch die Einbußen im vergangenen Jahr weiter.

In Franken gibt es etwa 700 direktvermarktende Winzer und Genossenschaften, die auf mehr als 6300 Hektar Wein anbauen. Bayernweit ist die Rebfläche rund 6400 Hektar groß.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-26436/2

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