DGB Bayern fordert höhere Renten und früheren Rentenbeginn

Das Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein reicht viele Rentnern und Rentnerinnen kaum mehr zum Leben. Die Gewerkschaften verlangen einen Kurswechsel.
| dpa
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Die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirksverbandes Bayern, Verena Di Pasquale.
Die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirksverbandes Bayern, Verena Di Pasquale. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild
München

Der DGB Bayern fordert "die Rücknahme der Rente mit 67" und zugleich die Erhöhung des Rentenniveaus "wieder auf mindestens 50 Prozent". Die Rentenbeiträge für die Beschäftigten müssten dafür "nur ein paar Prozentpunkte" erhöht werden, sagte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Verena Di Pasquale am Montag in München und forderte mit Blick auf die Bundestagswahl einen "Kurswechsel in der Rentenpolitik", um Altersarmut zu verhindern.

In Bayern zahlen gegenwärtig 5,2 Millionen Beschäftigte Beiträge in die Rentenkasse ein. Rund 2,5 Millionen Menschen beziehen Altersrente.

Männliche Neurentner in Bayern bekamen laut DGB im Jahr 2019 durchschnittlich 1167 Euro im Monat aus der gesetzlichen Rentenkasse. Sie gingen im Durchschnitt allerdings schon mit 64 Jahren in Rente und damit ein Jahr und acht Monate vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Im Alter von 65 Jahren waren gerade einmal noch 7 Prozent voll berufstätig. Langjährig Versicherte bekamen als Neurentner durchschnittlich 1295 Euro, nach 45 Versicherungsjahren 1534 Euro.

Frauen beziehen laut DGB Bayern im Durchschnitt ein Drittel weniger Rente als Männer. Das gelte sowohl für Neu- als auch für Bestandsrentnerinnen. Hauptgrund seien unterbrochene Erwerbsverläufe, Teilzeitarbeit und Minijobs, sagte Di Pasquale. Notwendig seien bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

Für viele Rentner und sehr viele Rentnerinnen reiche die gesetzliche Rente allein nicht aus, "um den Lebensstandard zu sichern. Und die Corona-Krise führt nochmals zu einer deutlichen Verschärfung", sagte die Gewerkschafterin.

Junge Menschen seien durchaus bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn sie später auch davon profitieren würden. "Daneben ist es gute Arbeit, die vor Altersarmut schützt, das heißt sozialversicherungspflichtige und tarifgebundene Arbeit". Statt Niedriglöhnen und Minijobs bräuchten die Beschäftigten Sicherheit und Perspektiven.

Fast 230 000 Menschen in Bayern beziehen Renten wegen Erwerbsminderung, die meisten Beitragszahler gehen vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand: "Die Arbeitsbedingungen müssen besser werden", forderte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende. Hier seien die Arbeitgeber gefordert. Außerdem müssten die Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten abgeschafft werden.

© dpa-infocom, dpa:210125-99-160820/3

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