CSU-Politiker stellt Vize-Ministerpräsidenten Aiwanger in Frage

Der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Streit über dessen Äußerungen zum Impfen nahegelegt, seine Rolle als stellvertretender Ministerpräsident zu überdenken.
| dpa
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Thomas Kreuzer, Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag, sprichtim Landtag von Bayern.
Thomas Kreuzer, Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag, sprichtim Landtag von Bayern. © Matthias Balk/dpa/Archivbild
München

Aiwanger betreibe "billiges Kalkül" für den Wahlkampf, sagte Kreuzer dem "Münchner Merkur" (Dienstag). "Er muss sich überlegen, ob er stellvertretender Ministerpräsident bleiben kann." Kreuzer schloss es nicht einmal aus, die Regierungskoalition mit den Freien Wähler zu beenden. "Selbstverständlich sind auch andere Koalitionen denkbar", sagte er der Zeitung.

Aiwanger konterkariere den Rat aller Experten, nur um im Bundestagswahlkampf Punkte bei der Gruppe der Impfverweigerer zu machen, warf Kreuzer dem Politiker der Freien Wähler vor. "Wenn er sich selber nicht impfen lassen will, ist das seine Privatsache", sagte Kreuzer. "Politisch sollte allen in dieser Regierung aber unbedingt klar sein, dass wir aus der Pandemie nur mit einer guten Impfquote rauskommen", sagte der CSU-Fraktionschef.

Zuvor hatte bereits Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im ZDF-Morgenmagazin erklärt, Aiwangers verhalten sei "fatal". Seine private Haltung und das, was er als stellvertretender Ministerpräsident öffentlich sage, müsse unterschieden werden.

Aiwanger hatte gesagt, er warte mit einer Impfung, bis er selbst überzeugt sei, dass eine Impfung für ihn ganz persönlich sinnvoller sei, als ungeimpft zu bleiben. Aus seinem privaten Umfeld habe er von Impfnebenwirkungen gehört, bei denen einem "die Spucke wegbleibe". Überdies warnte er jüngst im Deutschlandfunk vor einer "Jagd" auf Ungeimpfte. Die Bürger müssten "ohne Druck" und mit Fakten überzeugt werden. Bisher seien sie "teilweise nicht zu Unrecht verunsichert", sagte er - und nannte in dem Zusammenhang den Impfstoff von Astrazeneca.

© dpa-infocom, dpa:210802-99-672159/2

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