CSU-Chatbot Leo: Ein (gescheiterter) Selbstversuch

Mit dem Chatbot Leo will die CSU im Internet junge Wähler für sich begeistern. Die AZ hat mit der speziellen Software geratscht. Hier lesen Sie das Fazit..
von  Tobias Wolf
Politischer Diskurs? Fehlanzeige. Für die CSU ist bei den Grünen nur einfach alles "völlig gaga", wie diese Bildchen zeigen, die Chatbot Leo einem zuschickt.
Politischer Diskurs? Fehlanzeige. Für die CSU ist bei den Grünen nur einfach alles "völlig gaga", wie diese Bildchen zeigen, die Chatbot Leo einem zuschickt.

München - Er ist blau, aus virtuellem Blech und pixelig: Leo, der neue christsoziale Gesprächs-Roboter. Mit ihm will die CSU im sozialen Netzwerk Facebook insbesondere  junge Wähler mobilisieren – indem sie sich mit dem digitalen Gegenüber austauschen können. "Servus, ich bin Leo! Ich bin der CSUbot und bin gespannt, was ihr mir zu sagen habt", schreibt das digitale Männchen auf der Facebook-Seite der Partei. Die AZ hat geantwortet.

Nachdem sich Leo kurz vorgestellt, schreibt er "pack ma’s" und stellt ein paar Gesprächsthemen zur Auswahl: "Mit dir ratschen", "CSU-Themen" oder "Andere Parteien" kann man beispielsweise anklicken.

Wir entscheiden uns für eine Diskussion über grüne und linke Politik und eine mögliche rot-rot-grüne Regierung nach der Bundestagswahl. "Wie findest du die Grünen?", fragen wir Leo. Der antwortet rasch: "Bei den Grünen kann man eigentlich nur den Kopf schütteln! Die produzieren einen Gaga-Vorschlag nach dem anderen", poltert die Pixelfigur los und schickt uns ein paar Bildchen, die die Öko-Partei diskreditieren. Ernsthafte Argumente gegen grüne Positionen hat Leo nicht auf Lager, stattdessen spult er das Parteiprogramm der CSU herunter.

Politischer Diskurs? Fehlanzeige. Für die CSU ist bei den Grünen nur einfach alles "völlig gaga", wie diese Bildchen zeigen, die Chatbot Leo einem zuschickt.
Politischer Diskurs? Fehlanzeige. Für die CSU ist bei den Grünen nur einfach alles "völlig gaga", wie diese Bildchen zeigen, die Chatbot Leo einem zuschickt.

Politischer Diskurs? Fehlanzeige. Für die CSU ist bei den Grünen nur einfach alles "völlig gaga", wie diese Bildchen zeigen, die Chatbot Leo einem zuschickt.

"Wir bevorzugen es, nicht über langweilige Parteien zu sprechen"

Selbiges Ergebnis hat das Gespräch über die Linken und Rot-Rot-Grün: "Ein Linksbündnis heißt Steuererhöhungen, Multikulti, außenpolitische Isolation und eine familienfeindliche Politik Wir sagen ganz klar: Linksrutsch verhindern. Damit Deutschland Deutschland bleibt!", schimpft Roboter Leo und listet auf, warum es die CSU-Staatsregierung "besser macht". Und er sagt: "Wir bevorzugen es, nicht über langweilige Parteien, die nichts bewegen, zu sprechen."

Wir versuchen es anders herum: "Warum sollten wir CSU und Horst Seehofer wählen?" Leo haut in die Tasten: "Horst Seehofer ist ein großartiger Ministerpräsident und unser Parteivorsitzender. Dank ihm ist Bayern löwenstark", schreibt er. Argumente bleibt der CSU-"Chatbot" wiederum schuldig.

Auf Fragen nach der Rente oder Altersarmut reagiert Leo gar nicht. "Oh! Da ich noch in der Lernphase bin, verstehe ich nicht alle Wörter", entschuldigt er sich. An diese Themen hat die CSU beim Programmieren der Software offenbar nicht gedacht.

Lesen Sie dazu auch den AZ-Kommentar: CSU-Bot Leo - Ein peinlicher Versuch


Wer mit CSU-Leo chatten will, kann dies hier tun.