Corona-Pandemie bremst Wasserstoffzug-Pläne im Allgäu aus

Als Alternative zu Dieselzügen sollen in Bayern Wasserstoffzüge dienen. Doch ein geplanter Test-Einsatz im Allgäu verzögert sich - unter anderem wegen Corona-Infektionsgefahr für die Fahrgäste.
| dpa
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"Coradia iLint - Wasserstoff-Energie für die Schiene" steht auf einem Regionalzug des französischen Herstellers Alstom.
"Coradia iLint - Wasserstoff-Energie für die Schiene" steht auf einem Regionalzug des französischen Herstellers Alstom. © Arne Dedert/dpa/Archivbild
München

Die für Januar geplante Testfahrt eines Wasserstoffzugs im Allgäu wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Prototyp "iLint" der Firma Alstom sollte nach Angaben des bayerischen Verkehrsministeriums eigentlich schon im vergangenen Jahr von Augsburg nach Kempten und wieder zurückfahren. Beide Termine seien aber corona-bedingt ausgefallen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Testfahrt soll demnach dieses Jahr nachgeholt werden, "sobald es die Rahmenbedingungen wieder zulassen". Einen konkreten Termin dazu gibt es nach Angaben des Ministeriums aber noch nicht. Ein Grund für die Verschiebung sei das Infektionsrisiko für die Passagiere, sagte der Sprecher. Die Wasserstoff-Testfahrt solle "publikumswirksam" mit Politikern aus der Region stattfinden.

Auch die ersten Testfahrten eines weiteren Wasserstoffzug-Prototyps, der am Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg entwickelt wird, werden corona-bedingt wohl ein Jahr später stattfinden als zunächst geplant. Wegen der Pandemie ruhten nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums die Versuche in den Laboren der Forschungseinrichtungen.

Wasserstoffzüge sind nach Auffassung des Verkehrsministeriums aber weiter die "sinnvollste Alternative eines lokal emissionsfreien Verkehrs" im Allgäu - jedenfalls dort, wo auf längere Sicht keine Elektrifizierung vorgesehen ist und die Strecken für Akku-Hybridzüge zu lang sind. Als Beispiel nennt das Ministerium die Strecke von Augsburg nach Füssen.

Ob das im Alltagsbetrieb funktionieren kann, muss dem Verkehrsministerium zufolge aber im Einzelfall geprüft werden. Dabei gehe es zum Beispiel um die Frage, ob die Wasserstoffzüge schnell genug beschleunigen können, um die Fahrplanvorgaben einzuhalten und wichtige Anschlüsse an Knotenpunkten zu erreichen.

© dpa-infocom, dpa:210123-99-138527/2

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