Corona macht's möglich: Schlappmaulorden bleibt bei Söder

Hardliner, Wahlkämpfer, Landesvater: Markus Söder gilt als rhetorisch furchtlos und ist bekannt für markige Aussagen. Für die Kitzinger Karnevalsgesellschaft nur ein Grund, für ihn heuer eine Ausnahme zu machen.
| dpa
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Markus Söder (CSU) hält während der Prunksitzung der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG) den Schlappmaulorden.
Markus Söder (CSU) hält während der Prunksitzung der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG) den Schlappmaulorden. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild
Kitzingen

Erstmals in der Geschichte des "Schlappmaulordens" der Kitzinger Karnevalsgesellschaft darf der amtierende Träger die Auszeichnung ein weiteres Jahr behalten. Ministerpräsident Markus Söder werde heuer für seine "hervorragende Leistung, die er gerade an den Tag legt", gewürdigt, sagte Vereinsgeschäftsführer Ralf Schweiger der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat es noch nie gegeben, aber die Pandemie macht es möglich."

Söder, der zunächst nichts von dieser coronabedingten Ehre wusste, bedankte sich für das erneute Vertrauen. "Dennoch hätte ich gerne verzichtet, wenn uns Corona dafür erspart geblieben wäre", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Söder ist laut Schweiger der einzige Preisträger seit der ersten Verleihung 1989, der den Titel über zwei Jahre tragen darf. 2020 war mit dem Orden die "trefflich lockere Zunge" des bayerischen Regierungschefs belohnt worden. Die Auszeichnung erhielt Söder in der Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft am Rosenmontag im unterfränkischen Kitzingen.

Söders Stellvertreter und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der 2019 Preisträger war und im vergangenen Jahr die Laudatio für Söder hielt, bleibe zudem ein weiteres Jahr Laudator. Auch dies habe es bisher noch nicht gegeben, sagte Schweiger.

Aiwanger hatte bei der Verleihung im vergangenen Februar über Söder gesagt: "Er mag Schwarzwälder Kirsch und die Raumfahrt. Er mag Süßes und will hoch hinaus." Daher habe der 54-Jährige auch das Zeug zum Kanzlerkandidaten der Union.

Seit 1989 zeichnen die Kitzinger Narren Prominente aus, die durch "eine gar trefflich lockere Zunge und ein schlagkräftiges Wort" in Erscheinung treten.

Zu den bisherigen Ordensträgern zählen unter anderem Helmut Kohl (CDU), Hans-Dietrich Genscher (FDP), Claudia Roth (Grüne), Bayerns ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), Sternekoch Alfons Schuhbeck, Günther Beckstein (CSU) und Sportkommentator Marcel Reif.

© dpa-infocom, dpa:210207-99-334558/3

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