Club-Eigler warnt: „In Augsburg wird es noch viel schwerer“

FCN-Trainer Hecking stößt ins gleiche Horn wie sein Relegations-Held und fordert: „Wir müssen sofort hellwach sein!“ Bangen um Gündogan
von  Abendzeitung
Der Relegationskönig: Christian Eigler erzielte  gegen den FCA im Hinspiel das Goldene Tor.
Der Relegationskönig: Christian Eigler erzielte gegen den FCA im Hinspiel das Goldene Tor. © Wolfgang Zink

FCN-Trainer Hecking stößt ins gleiche Horn wie sein Relegations-Held und fordert: „Wir müssen sofort hellwach sein!“ Bangen um Gündogan

NÜRNBERG Nach der ersten Etappe der zweiteiligen Relegation gegen den FC Augsburg hat sich der Club das Gelbe Trikot des Gesamtführenden gesichert. Allerdings nur mit hauchdünnem Vorsprung. Das weiß auch Trainer Dieter Hecking nach dem 1:0 gegen die Schwaben. Er sieht keinen Anlass, „schon jetzt zu jubilieren“. Denn: „Aus einer 50:50-Chance ist nur ein 51:49 geworden.“

"Warne davor, sich zurückzulehnen"

Die Folge für das Rückspiel am Sonntag (18 Uhr) beim Zweitliga-Dritten: „Ich warne davor, sich zurückzulehnen. Wir müssen auch in Augsburg auf Tore spielen. Unser letztes Auswärtsspiel beim HSV (0:4 d. Red.) sollte unsere Sinne geschärft haben.“

Eigler, der umjubelte Held

Dass am Donnerstag ausgerechnet der teils über Gebühr kritisierte Christian Eigler zum umjubelten Helden wurde, passt Hecking ins Konzept. „Ich habe von Anfang an mitbekommen, wie sehr Christian in der Schusslinie steht. Viele wollen nicht sehen, wie viele Kilometer er frisst und dass er das taktische Konzept voll umsetzt“, sagt der 45-Jährige nach knapp fünfmonatiger Amtszeit. Zwar ist es dem Trainer egal, wer die Tore schießt. Aber wenn er könnte, würde sich Hecking wünschen, „dass er am Sonntag auch das entscheidende Ding macht.“

"War ein wichtiges Tor"

Eigler, in Roth geborener und in Schwabach aufgewachsener Ur-Franke, hat seinen Ruf als „Mister Relegation“ zementiert. Bereits im Vorjahr ebnete er den Weg zurück ins Oberhaus – mit seinen beiden Treffern in den K.O.-Spielen gegen Cottbus. „Natürlich war ich erleichtert, weil es ja ein wichtiges Tor war“, gesteht der 26-jährige Stürmer, warnt aber auch vor den Augsburgern: „Am Sonntag wird es noch viel schwerer, wir müssen noch wacher sein.“ Und: „Natürlich wäre es schön, dann wieder zu treffen. Ich denke aber, dass Albert mal wieder dran ist.“

"Hatte noch nie so lange Durststrecke"

Bunjaku? Beim Schweizer läuft es seit Wochen nicht. „Ich hatte noch nie eine so lange Durststrecke“, beklagt Albert vor allem seinen verschossenen Elfmeter gegen FCA-Torwart Simon Jentzsch. Dessen Club-Pendant Raphael Schäfer konnte gar nicht hinschauen: „Ich hatte kein gutes Gefühl. Wir machen Albert aber keine Vorwürfe. Er hat uns ja mit seinen zwölf Saisontoren so viele Spiele gewonnen“. Bunjaku tapfer: „Ich werde mich nicht verrückt machen lassen, sondern am Sonntag noch eine Schippe drauflegen.“ Eine Einstellung, die alle Kollegen zwingend beherzigen müssen.

Frantz: "Wird ein ganz heißer Tanz"

„Das wird ein ganz heißer Tanz“, unkt Flügelflitzer Mike Frantz, „wir sind aber gewarnt.“ Von Augsburgs Heimstärke mit nur einer Niederlage, dem schnellen Umschalten bei Ballbesitz und der Kompaktheit in der Defensive. Mittelfeld-Stratege Andi Ottl: „Die werden alles nach vorne werfen. Aber jeder von uns weiß, dass wir weiter in der Bringschuld stehen. Es ist unsere Pflicht, alles zu geben“.

Luhukay erwartet anderes Auftreten

Alles oder nichts lautet dagegen die Augsburger Maxime. „Gut, dass es bei einem Tor geblieben ist“, rechnet Trainer Jos Luhukay mit einem „anderen Auftreten vor eigenem Publikum.“ Und wird neben Zweitliga-Schützenkönig Michael Thurk (23 Treffer) eine zweite Spitze bringen. Aber, egal ob Luhukay Imre Szabics (ein Treffer) oder Stephan Hain (3) aufbietet: „Wir sind voll mit Adrenalin, haben nur diesen Tunnelblick“, hat Hecking registriert.

„Die Mannschaft sollte mitnehmen, dass Augsburg verwundbar ist“, empfiehlt der Club-Trainer. „Und dennoch von der ersten Sekunde hellwach sein.“ Personell könnte er sich ebenfalls zwei Spitzen vorstellen. „Um noch mehr Druck zu machen.“

Trainer setzt bei Gündogan auf Prinzip Hoffnung

Wobei ihm zwei andere Positionen mehr Sorgen bereiten. Wer ersetzt den gelbgesperrten Javier Pinola als Linksverteidiger, wer Ilkay Gündogan (Knöchel) im Mittelfeld? Nachdem Allrounder Juri Judt schon rechts für Dennis Diekmeier (Zerrung) verteidigt, wird Pascal Bieler die andere Seite beackern. „Er ist nach Juri nur der zweite Pino-Ersatz, trainiert aber immer ordentlich. Er ist in guter Verfassung“, sagt Hecking. Und setzt bei Gündogan auf das Prinzip „Hoffnung bis zur letzten Minute“. Ein Prinzip mit Allgemeingültigkeit in diesen Tagen.Markus Löser