CDU-Vize Klöckner fordert Neustart von katholischer Kirche

CDU-Parteivize Julia Klöckner hat Verständnis für das Rücktrittsangebot des Münchner Kardinals Reinhard Marx geäußert und fordert einen Neuanfang in der katholischen Kirche. "Gerade der Umgang mit unangenehmen Themen braucht einen Neustart, sonst wird die Kirche weiter an Bedeutung verlieren", sagte die Theologin, die Mitglied im Zentralkomitee deutscher Katholiken ist, der "Bild am Sonntag". "Kirche wird dann eine gute Zukunft und Zulauf haben, wenn sie sich als offene, transparente Institution zeigt, die am Puls der Zeit ist und die gesellschaftliche Debatte begleitet."
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Julia Klöckner (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz.
Julia Klöckner (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz. © Johanna Geron/Pool Reuters/AP/dpa/Archivbild
Berlin

Sie könne verstehen, was Kardinal Marx meine, wenn er von einem "toten Punkt" spreche, an dem die Kirche angekommen sei, sagte Klöckner der Zeitung. "Viele Kirchenvertreter scheinen gefangen in ihren Strukturen, die Entfernung zu den Kirchenmitgliedern wird größer." Für sie selbst sei die Kirche zwar nicht tot, sagte Klöckner. "Aber einzelne Verantwortungsträger können sehr wohl an einen Punkt kommen, der Endpunkt ist, der keine Erneuerung zulässt, der ohne Energie ist, der verfahren ist."

Marx hatte Papst Franziskus seinen Rücktritt vom Amt des Erzbischofs von München und Freising angeboten. Er zog damit Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.

Die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann begrüßte das Rücktrittsgesuch des Münchener Erzbischofs und kritisierte dessen Kölner Kollegen Kardinal Rainer Maria Woelki. "Gut, dass er (Marx) als erster Kirchenführer persönlich Verantwortung für den unerträglichen Missbrauchs-Skandal übernimmt", schrieb Käßmann in der "Bild am Sonntag". "Andere wie Kardinal Woelki, die Täter geschützt haben, klammern sich an ihr Amt. Bitter." Die katholische Kirche müsse sich reformieren. "Sie muss - wie die evangelische auch - Schuld bekennen gegenüber den Opfern von Missbrauch. Wir brauchen Kirche als Ort der Gemeinschaft, des Glaubens, der Tradition."

Woelki scheint entschlossen, an seinem Amt festzuhalten. Dabei hätte er für einen Rücktritt nach Meinung seiner Kritiker deutlich mehr Gründe als Marx. Das Verhältnis zwischen dem konservativen Kardinal und der Mehrheit der Gläubigen in seinem Bistum gilt als zerrüttet, in den vergangenen Monaten kam es zu einer Welle von Kirchenaustritten.

© dpa-infocom, dpa:210606-99-879654/2

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen