Blitzmarathon in Bayern

Zu schnelles Fahren ist eine der Hauptursachen von Verkehrsunfällen. Mit einer länderübergreifenden Aktion hat die Polizei Temposünder ins Visier genommen. Hunderte Beamte sind beim Blitzmarathon allein in Bayern im Einsatz, um Raser zur Vernunft zu bringen.
| dpa
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Ein Polizist blitzt in der Nähe einer Schule im Berufsverkehr.
Ein Polizist blitzt in der Nähe einer Schule im Berufsverkehr. © Angelika Warmuth/dpa
München

Die Beamten sind mit speziellen Lasermesspistolen und hochpräzisen digitalen Messgeräten ausgerückt: An 2100 möglichen Messstellen im Freistaat kontrolliert die Polizei seit dem frühen Mittwochmorgen die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen. Der 24-stündige Blitzmarathon soll Raser zur Vernunft bringen.

Obwohl das Innenministerium die Kontrollpunkte vorher bekanntgegeben hatte, wurden Autofahrer mit überhöhtem Tempo gestoppt. "Trotz tagelanger Vorankündigung gibt es offenbar immer noch viel zu viele, die zu schnell unterwegs sind", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beim Besuch einer Messstelle. "Rasen ist kein Kavaliersdelikt, sondern Ursache Nummer Eins für schwere Verkehrsunfälle."

Herrmann stellte klar, dass es nicht ums Abkassieren gehe. "Uns geht es nicht darum, möglichst viele Verwarnungen auszusprechen oder Bußgeldbescheide zu verschicken", sagte Herrmann. "Mit unserem Blitzmarathon wollen wir alle Verkehrsteilnehmer wachrütteln, sich unbedingt an die Tempolimits zu halten."

Wenn möglich werden die ertappten Verkehrssünder gleich nach der Messung angehalten und aufgeklärt. Dadurch erhofft sich der Innenminister einen nachhaltigeren Effekt. Es gehe darum, dass sich Verkehrsteilnehmer aus eigener Überzeugung an die Regeln halten.

Knapp ein Drittel der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen geht laut Herrmann auf überhöhtes Tempo zurück. Im vergangenen Jahr starben demnach 147 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen. Das waren trotz des pandemiebedingt geringeren Verkehrsaufkommens mehr Unfalltote als im Vorjahr mit 141.

Nicht zuletzt angesichts dieser gestiegenen Zahlen habe man sich entschlossen, den Marathon trotz Corona durchzuführen, hieß es. Gerade die freien Straßen verleiteten womöglich dazu, aufs Gas zu gehen. Im vergangenen Jahr war der Blitzmarathon coronabedingt ausgefallen.

Ein Schwerpunkt der Aktion sind laut Ministerium Landstraßen. Rund 1800 Polizisten sowie etwa 50 Bedienstete von Gemeinden und Zweckverbänden der kommunalen Verkehrsüberwachung waren im Einsatz.

Kontrolliert wird bis Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr. Die Ergebnisse des achten Blitzmarathons in Bayern sollen gegen Nachmittag veröffentlicht werden.

Erfunden wurde der Blitzmarathon in Nordrhein-Westfalen, in Bayern gab es den ersten 2013. Den diesjährigen europaweiten "Speedmarathon" koordiniert das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk "ROADPOL". Auch in Brandenburg, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Thüringen wird geblitzt.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-294756/3

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