Blaumeisen-Bestand in Bayern erholt sich wieder

Ein Bakterium hat viele Blaumeisen in Bayern getötet. Das war im vergangenen Jahr und besorgte Vogelschützer. Nun gibt es gute Nachrichten zum Bestand der kleinen Vögel. Die Krankheit scheint damit aber noch nicht überstanden.
| dpa
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Eine Blaumeise sitzt im Garten an einer Futterstelle.
Eine Blaumeise sitzt im Garten an einer Futterstelle. © Oliver Berg/dpa/Archivbild
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Nach dem größeren Blaumeisen-Sterben im vergangenen Jahr hat sich der Bestand der kleinen Singvögel in Bayern wieder erholt. Die Zahl der Vögel sei wieder auf normalem Niveau, sagte Vogelexpertin Angelika Nelson vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Mittwoch. Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) wurde auch der deutschlandweite Rückgang bei den Blaumeisen-Beständen um 8,6 Prozent wieder ausgeglichen.

Im vergangenen Frühjahr waren dem LBV und anderen Naturschutzverbänden allein in Bayern 1963 tote und kranke Blaumeisen gemeldet worden. Bei 240 von ihnen verursachte nach Nabu-Angaben wahrscheinlich ein Bakterium mit dem Namen Suttonella ornithocola eine Lungenentzündung. Vor allem immungeschwächte Blaumeisen fielen dem Bakterium zum Opfer. Der Vogelschutzbund hatte wegen solcher Fälle dazu aufgerufen, kranke Tiere zu melden. Deutschlandweit gingen im vergangenen Jahr nach Nabu-Angaben 24 624 Meldungen ein, 6475 wurden als "wahrscheinlich" eingeordnet.

Bei der Annahme, dass sich der Bestand im Freistaat wieder erholt hat, bezieht sich Vogelexpertin Nelson auf die Mitmach-Aktion "Stunde der Gartenvögel". Hierfür hatten Naturschützer mehrerer Organisationen vom 13. bis 16. Mai bayernweit Bürger dazu aufgerufen, Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in Parks zu beobachten und zu melden. Laut Nelson wurden im Schnitt etwa zwei Blaumeisen in Gärten gesichtet, was dem normalen Schnitt entspreche.

Überdies geht die Vogelschützerin davon aus, dass im vergangenen Jahr geschlüpfte Blaumeisen in diesem Jahr die Reviere ihrer verendeten Artgenossen übernommen haben.

Trotz der Erholung der Blaumeisen-Bestände werden im Freistaat und bundesweit aber weiter Verdachtsfälle toter und kranker Blaumeisen gemeldet. Mit Blick auf ganz Deutschland berichtet der Nabu im Jahr 2021 bis Mitte Mai von 5800 solcher Meldungen, in Bayern wurden demnach bislang knapp 300 Fälle gemeldet.

Die Blaumeise gehört hierzulande zu den häufigsten Vögeln. Sie wiegt nach Angaben des Nabu im Schnitt rund zehn Gramm, was ungefähr zwei 20-Cent-Stücken entspricht. Experten schätzen, dass es bundesweit rund 3,2 bis 4,8 Millionen Brutpaare gibt. Blaumeisen bleiben ganzjährig in Deutschland und nisten in Baumhöhlen oder vom Menschen aufgehängten Kästen.

© dpa-infocom, dpa:210602-99-833990/3

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