Bischof: Vorwürfe um "rituellen Missbrauch" plausibel

Der Würzburger Bischof Franz Jung hält den Vorwurf des "rituellen Missbrauchs" in einem Kinderheim, in dem Erlöserschwestern arbeiteten, für plausibel. Das gründete vor allem auf "Informationen der Missbrauchsbeauftragten der Diözese Würzburg und auf persönlichen Gesprächen des Bischofs mit der Betroffenen", sagte der Sprecher der Diözese Würzburg, Bernhard Schweßinger, am Mittwoch. Zuvor hatte die "Main-Post" berichtet.
| dpa
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Der Würzburger Bischof Franz Jung bei einem Pressegespräch.
Der Würzburger Bischof Franz Jung bei einem Pressegespräch. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/archivbild
Würzburg

Vergangene Woche wurden Vorwürfe von Übergriffen durch Geistliche und Nonnen im ARD-Politikmagazin "report München" in dem Heim in Würzburg bekannt. Nonnen der Kongregation Schwestern des Erlösers waren bis Mitte der 1990er in dem Heim angestellt. In dem Fernsehbeitrag berichtet eine 61-Jährige, die als Kind mehrere Monate in der Einrichtung lebte, von "rituellem Missbrauch".

Das sind schwere sexuelle, physische und emotionale Übergriffe, die "mit wiederkehrenden Symboliken, gleichförmigen Handlungen und kultisch-rituellen Vollzügen" einhergehen, wie eine Enquete-Kommission des Bundestages 1998 definierte.

Insgesamt beziehen sich die Vorwürfe auf zwei Fälle, die vor etwa 40 und über 50 Jahren passiert sein sollen. Sowohl der Orden der Erlöserschwestern als auch das Bistum Würzburg haben Aufarbeitungskommissionen angekündigt. "Wir nehmen die Aussagen von Betroffenen sehr ernst und gehen jedem Vorwurf detailliert nach", sagte eine Sprecherin der Erlöserschwestern. Den "rituellen Missbrauch" durch Geistliche halte die Kongregation auf der Basis der vorliegenden Unterlagen und noch lebenden Ordensschwestern - anders als der Bischof - für nicht plausibel.

© dpa-infocom, dpa:210616-99-19641/2

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