Bildungsforscher fordert Schulunterricht

Der Bildungsforscher Ludger Wößmann hat Vorrang für Schulunterricht bei der Corona-Bekämpfung gefordert. "Es gibt keinen effektiven Schutz in Alten- und Pflegeheimen, keine entschiedenen Regeln für Großraumbüros und für andere Arbeitsplätze sowie für Reisen", kritisierte der Leiter des Münchner Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik in der "Wirtschaftswoche" (Freitag). "Andere europäische Länder haben die Schwerpunkte andersherum gesetzt: Schulen auf, dafür weit stärkere Einschränkungen des öffentlichen Lebens außerhalb der Schulen."
| dpa
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München

Schulöffnungen könnten nach dem Alter gestaffelt werden - für die Klassen 1 bis 6 sollte Präsenzunterricht so schnell wie möglich stattfinden, forderte Wößmann. Darüber hinaus müsse an allen Schulen für alle Schüler täglich in allen Fächern Unterricht per Video stattfinden.

Denn die Schäden der Schulschließungen seien enorm: Der einzelne Schüler müsse über das gesamte Berufsleben im Durchschnitt mit drei Prozent weniger Einkommen rechnen, wenn ein Drittel eines Schuljahres verloren gehe, schrieb Wößmann. Deutschland müsse mit einer durchschnittlich 1,5 Prozent niedrigeren Wirtschaftskraft bis zum Ende des Jahrhunderts rechnen - das entspreche 2,5 Billionen Euro.

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