Bedford-Strohm: Abschiebungen nach Afghanistan stoppen

Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Diakonie-Präsident Michael Bammessel halten Abschiebungen nach Afghanistan derzeit für unverantwortlich. Wegen der Corona-Pandemie und der Sicherheitslage in dem Land sollten die Abschiebungen ausgesetzt werden. Die Gewalt in Afghanistan habe wieder erheblich zugenommen. "Menschen, die in Deutschland Schutz gesucht haben, bewusst einer solchen Gefahr auszusetzen, widerspricht unseren humanitären Traditionen", teilte Bedford-Strohm am Freitag mit. Es sei unmenschlich, jetzt Menschen zurückzuschicken.
| dpa
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Heinrich Bedford-Strohm bei einem Podiumsgespräch.
Heinrich Bedford-Strohm bei einem Podiumsgespräch. © Michael Reichel/dpa/Archivbild
München

Nach einer Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie war im Dezember erstmals seit März 2020 wieder ein Abschiebeflug aus Deutschland in Afghanistan eingetroffen, im Januar folgte ein weiterer Flug.

Landesbischof und Diakoniepräsident versicherten, dass sie die Durchsetzung der Ausreisepflicht nach einem abgelehnten Asylantrag nicht grundsätzlich in Frage stellen. "Ein Asylsuchender, dessen Asylantrag in einem rechtsstaatlichen Verfahren gewissenhaft geprüft und abgelehnt wurde, muss natürlich grundsätzlich in seine Heimat zurückkehren", sagte Bammessel. Doch derzeit seien die Betroffenen in Gefahr, wenn sie zurück müssten. "Besonders unverständlich ist es zudem, wenn auch gut integrierte Personen abgeschoben werden."

© dpa-infocom, dpa:210129-99-220772/2

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