Bayerns Hausärzte erwarten schwächere Grippe-Welle

Die Menschen schützen sich mit Abstandsregeln und Mundschutz gegen das Coronavirus. Die Maßnahmen haben möglicherweise einen positiven Nebeneffekt: Mediziner erwarten weniger Grippe-Fälle.
| dpa
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Ein Ärztin impft eine Patientin mit einer intramuskulären Injektion gegen Grippe.
Ein Ärztin impft eine Patientin mit einer intramuskulären Injektion gegen Grippe. © Stephan Jansen/dpa/Archiv/Symbolbild
Nürnberg

Die Hausärzte in Bayern bereiten sich in der beginnenden Saison auf eine schwächere Grippewelle vor als in früheren Jahren. Man könne davon ausgehen, dass die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie auch gegen andere Infektionskrankheiten wirksam seien, sagte der Vorsitzende des bayerischen Hausärzteverbandes, Markus Beier, der Deutschen Presse-Agentur.

Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hatte Ende September mit der Zählung von Grippe-Infizierten begonnen. Bislang wurden lediglich zwei Fälle registriert (Stand: 25.09.2020, neuere Zahlen liefert das LGL derzeit nicht). In der vergangenen Saison 2019/2020 waren von Oktober bis April bayernweit mehr als 54 000 Fälle (nach neuer Definition) gezählt worden.

Erste Erfahrungen von der Wintersaison auf der Südhalbkugel hätten gezeigt, dass der Corona-Schutz auch die Grippe zurückdrängt, sagte Beier. "In Australien ist die Grippewelle in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben", sagte der Mediziner. Hinzu komme eine vermutlich höhere Bereitschaft zur Grippe-Impfung als in früheren Jahren.

"Wir sehen bisher durchaus ein erhöhtes Impfaufkommen", sagte Beier. Ein flächendeckendes Knappwerden von Grippeimpfstoff in Bayern erwartet Beier dennoch derzeit nicht. Der Impfstoff werde teilweise in Wellen ausgeliefert - wer zunächst nur eine erste Charge abbekommen habe, könne bei hoher Nachfrage kurzfristig in Schwierigkeiten kommen.

Nach Beiers Angaben werden vor allem Vierfach-Impfstoffe verwendet, die gegen vier verschiedene Untertypen von Grippe-Erregern immunisieren. Gegen welche Erreger-Typen geimpft wird, entscheidet die Weltgesundheitsorganisation jeweils zu Beginn der Saison, unter anderem auf Grundlage von Erfahrungen in anderen Regionen. Den größten Impfschutz erlangen laut Beier Menschen, die sich häufiger gegen Grippe impfen lassen und dann gegen mehr als vier Untertypen immun sind. Eine Grippe-Impfung habe allerdings nicht den Immunisierungsgrad anderer Impfungen, etwa gegen Masern.

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