Bayerische Wirtschaft auf Erholungskurs: Industrie als Motor

In der bayerischen Wirtschaft stehen die Zeichen auf Erholung von der Corona-Krise. Bei einer Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) bewerteten 40 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, nur noch 22 Prozent als schlecht.
| dpa
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München

Das stärkste Zugpferd sei die Industrie, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl am Dienstag: Sie stehe für ein Viertel der Bruttowertschöpfung und sei "zurück in der Erfolgsspur". Die Tourismuswirtschaft und der stationäre Einzelhandel dagegen "liegen weiterhin am Boden".

Mit besseren Geschäften in den kommenden Monaten rechnen den Angaben nach 27 Prozent der Betriebe, nur 17 Prozent mit einer Eintrübung. Sinkende Inzidenzzahlen und Öffnungsperspektiven ließen hoffen, "dass sich die Erholung weiter beschleunigen wird und auch die aktuell in der Krise befindlichen Branchen erfasst", sagte Gößl.

Erstmals seit einem Jahr sind auch die Beschäftigungspläne nicht mehr im Abwärtstrend: 18 Prozent der Unternehmen möchten Personal einstellen, ebenso viele Stellen streichen. Rund 3900 Unternehmen nahmen an der Erhebung Ende April teil.

Eine leichte Frühjahrsbelebung meldete das Baugewerbe. Im Großhandel und bei unternehmensnahen Dienstleistern gehe es überwiegend aufwärts, sagte Gößl. Hotels, Gaststätten, Reisebüros, Veranstalter und Indoor-Sportanbieter bewerteten ihre Lage als schlecht, schauten jedoch "erstmals wieder optimistischer in die Zukunft". Nur im stationären Einzelhandel blieben die pessimistischen Stimmen klar in der Mehrheit.

Zunehmend Sorgen machen der Wirtschaft die steigenden Energie- und Rohstoffpreise: Branchenübergreifend sehen 40 Prozent aller Unternehmen in Bayern darin ein großes Risiko - doppelt so viele wie noch vor einem halben Jahr. 70 Prozent der Autobauer, Chemie-, Medizin- und Elektrotechnikfirmen kämpften mit Lieferproblemen.

BIHK-Präsident Eberhard Sasse fordert die Politik auf, die im internationalen Vergleich zu hohen Strompreise und Unternehmenssteuern zu senken. Außerdem müsse sie das "nur an Inzidenzwerten orientierten Öffnungs-Wirrwarr" dringend beenden.

© dpa-infocom, dpa:210518-99-642812/2

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