Bauern kritisieren Preispolitik: Fairness statt Trost

Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie und des Verfalls von Erzeugerpreisen warnt Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl vor einem weiteren Machtzuwachs der Handelskonzerne. Die Politik dürfe hier nicht tatenlos zusehen, sagte Heidl am Freitag bei der digitalen Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbandes.
| dpa
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Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU).
Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU). © Peter Kneffel/dpa/Archivbild
München

"Diese Macht und die Preispolitik in den Supermärkten bedrohen unsere Bauernhöfe und damit die Lebensmittelerzeugung vor unserer Haustüre", sagte Heidl vor mehr als 200 Delegierten. "Statt irgendwelchen Trostpflastern sind endlich ein fairer Umgang mit uns Erzeugern und kartellrechtliche Maßnahmen nötig."

Heidl kritisierte auch die Ankündigung der Schwarz-Gruppe als Betreiber von Lidl und Kaufland, im nächsten Jahr 50 Millionen Euro zur Unterstützung von Landwirten bereitzustellen. Das sei die Summe, die Schweinehalter in Deutschland derzeit jede Woche durch die Niedrigpreise des Handels einbüßten. "Die aktuelle Ankündigung der Schwarz-Gruppe spottet aus meiner Sicht deshalb jeder Beschreibung."

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sicherte den Bauern Unterstützung zu. "Es ist entscheidend, dass es nicht nur Corona-Hilfen gibt, sondern diese Unterstützung muss jetzt auch dort ankommen, wo sie in der Wertschöpfungskette jetzt dringend gebraucht werden: bei den Bäuerinnen und Bauern."

Ihre österreichische Bundeskollegin Elisabeth Köstinger sagte, aus ihrer Sicht müsse die Unterstützung für regionale Erzeuger höchste Priorität haben. Sie stamme selbst von einem ökologisch bewirtschafteten Hof. "Das oberste Ziel ist und bleibt für mich aber dabei die regionale Herkunft der Lebensmittel."

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