Bartgeier im Anflug: Auswilderung nächstes Jahr

Nach mehr als hundert Jahren sollen 2021 wieder wilde Bartgeier in Deutschland heimisch werden. Zusammen mit dem Nationalpark Berchtesgaden will der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) im Mai drei junge Tiere in dem Gebiet um den Berg Watzmann im Südosten Bayerns auswildern. Die Vorbereitungen liefen, teilte der LBV am Montag mit.
| dpa
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Berchtesgaden

Einer der Jungvögel solle aus dem Tiergarten Nürnberg kommen, der Teil des europäischen Bartgeier-Zuchtnetzwerks ist. "Da das Bartgeier-Paar in Nürnberg auf mehrere erfolgreiche Bruten zurückblicken kann, ist unsere Hoffnung groß, dass zukünftig auch einmal junge fränkische Bartgeier ihre Kreise um den Watzmann ziehen werden", sagte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer. Der Bayerische Rundfunk hatte zuerst darüber berichtet.

Die Chancen auf Nachwuchs stehen gut: Das Nürnberger Paar habe mit der Balz begonnen, heißt es beim LBV weiter. In Zuchtprojekten in Österreich und Spanien, von wo die anderen Bartgeier stammen könnten, seien Anfang des Monats die ersten Eier gelegt worden.

Eine Studie hatte ergeben, dass sich das Gebiet um den Watzmann gut für die Wiederansiedelung der Vögel eignet. Bartgeier sind mit einer Spannweite von bis zu drei Metern die größten heimischen Vögel. Für Menschen sind sie nicht gefährlich: Geier sind reine Aasfresser.

Eine Voraussetzung ist, dass Jäger bleifreie Munition verwenden. Im Nationalpark, aber auch in Wäldern der Bayerischen Staatsforsten im Alpenraum, geschehe das bereits, sagte ein LBV-Sprecher. An Bleivergiftungen durch Munitionsreste in Wild könnten die Vögel sonst qualvoll verenden. Zudem müsse Aas für die Tiere liegenbleiben.

1986 waren erste Bartgeier in den Alpen ausgewildert worden. In den West- und Zentralalpen vermehren sie sich seit 1997 selbstständig. Auch im österreichischen Lechtal sei inzwischen ein Brutpaar heimisch geworden, heißt es. Von dort kämen immer wieder Tiere auf die bayerische Seite im Allgäu; in den vergangenen Tagen seien mindestens drei verschiedene Bartgeier gesichtet worden. Mit der Auswilderung bei Berchtesgaden solle nun diese Entwicklung unterstützt werden.

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